Für die weltweit agierende Martin-Bauer-Group ist das Russland-Geschäft "sehr wichtig", stellt der geschäftsführende Gesellschafter Martin Wedel fest. Bei den Vestenbergsgreuther Teefabrikanten macht man sich deshalb Sorgen über den Konflikt mit Europa, den das russische Vorgehen in der Ukraine ausgelöst hat.

In einem eigenen Werk in der Höchstadter Partnerstadt Krasnogorsk beschäftigt Martin Bauer vor den Toren Moskaus 600 Mitarbeiter. Laut Martin Wedel haben die Differenzen zwischen Russland und der EU hier "noch keine schmerzhaften Auswirkungen". Dies vermutlich, weil Martin Bauer "im Land für das Land" produziert. Die Wirtschaft sei in Russland schon immer ein Bindeglied gewesen, das Geschäft müsse weiter gehen.

Russische Währung in Gefahr

Maba liefert auch viele Grundstoffe für Arzneimittel von Polen nach Russland. Sollte es zu Handelsbeschränkungen seitens der EU kommen, fürchtet Wedel mehr die Retour-Sanktionen von russischer Seite.

Falls Russland für seine Bürger Reisebeschränkungen nach Deutschland oder in die EU erlassen würde, "würden wir halt verstärkt rüber gehen", sagt Wedel. Er geht aber nicht davon aus, dass solche Beschränkungen kommen.

Für den Maba-Geschäftsführer ist die Hauptbefürchtung, dass die russische Währung "weiter abschmiert". Halten die Unsicherheiten an, werde immer mehr Geld aus Russland abfließen und der Rubel immer schwächer, findet Martin Wedel. Das würde auch das Maba-Werk in Krasnogorsk treffen, wo ein Teil der Leistungen in Rubel erzeugt wird. Ein schwächerer Rubel würde die Importe verteuern, zu höheren Preisen führen und die russische Wirtschaft, die ohnehin Probleme hat, besonders treffen. "Wir beobachten die Entwicklung mit gewisser Sorge", sagt Martin Wedel, sieht aber kein Feuer am Horizont.

"Machtpolitiker aber Realist"

Den stark unter Beschuss geratenen Präsidenten Putin hält Wedel für einen Machtpolitiker, aber Realisten. Es sei nachvollziehbar, wenn Putin keine Machtblöcke an seiner Grenze wolle. Er möchte nicht, dass sich Nato und EU weiter nach Osten ausbreiten, ist Wedel überzeugt. Russland wolle zu seiner früheren Machtposition zurück und werde die Unruhen in der Ukraine weiter unterstützen. Wedel sieht die Ukraine zu einem Pufferstaat zwischen Ost und West werden und glaubt nicht, dass sich Russland den Osten der Ukraine einverleibt. Wedel: "Der Preis wäre Putin zu hoch."