Der Rutschenturm am Freizeitbad Atlantis wird sein Aussehen verändern und für wagemutige und abenteuerlustige Badegäste um eine "Raketenstartrutsche" erweitert. Wie Bürgermeister German Hacker (SPD) in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwochabend erläuterte, muss der Rutschenturm generalsaniert werden.
So sei die Hülle kaputt und die Scheiben sind nahezu blind geworden. Schon von Beginn sei zudem der Einbau einer dritten Rutsche vorgesehen gewesen. Beides geschieht nun in einem Zuge. Der Turm wird saniert, um ein "Stockwerk" erweitert und es wird zusätzlich eine neue Turborutsche mit Raketenstart installiert.
Der Bau beginnt nach den Sommerferien und bis zu den Herbstferien sollen zumindest der Turm sowie die beiden bestehenden Rutschen wieder in Betrieb genommen werden. Die neue Turborutsche geht dann wenige Wochen später, spätestens Ende November 2016, in Betrieb. Die Kosten für die Sanierung und Erweiterung des Turms sowie den Bau der Rutsche betragen zusammen rund 770 000 Euro.
Ursprünglich war vorgesehen, den Antrag der Herzo Bäder- und Verkehrs GmbH im Genehmigungsfreistellungsverfahren zu behandeln und es wäre dazu kein Beschluss notwendig geworden. Vor der Sitzung des Ausschusses ließ der Bürgermeister mit einem Antrag zur Geschäftsordnung die Tagesordnung ändern.
Die Rutschen am Freizeitbad gehören zum Sonderbau des Atlantis, damit war das beantragte Freistellungsverfahren nicht möglich und es wurde eine Zustimmung des Bauausschusses erforderlich, die auch ohne Diskussion und Gegenstimme erfolgte.


Der Mehrheit angeschlossen

Vor der Sitzung hatte SPD-Stadtrat Siegbert Sendner noch leise Kritik am Bau der Rutsche geübt. "Wir bauen eine Rutsche und noch eine Rutsche und wieder eine Rutsche, das Geld hätte man auch für ein Sprungbecken nehmen können", sagte Sendner im Gespräch. Allerdings habe er sich in der Aufsichtsratssitzung der Herzo Bäder- und Verkehrs GmbH nicht durchsetzen können.
Nach Meinung des SPD-Stadtrates würden Kinder und Jugendliche lieber springen, was sie hinter dem Rücken der Bademeister auch immer wieder mal tun. So habe er im Freibad beobachtet, dass Kinder und Jugendliche am Sprungturm Schlange stehen, um einen Sprung in die Tiefe zu wagen. "Aber ich werde mich der Mehrheit anschließen und zustimmen, meine Ablehnung würde auch nichts bewirken", meinte Sendner.