Erlangen
Demonstration am Samstag

"Geschlechtliche Identität" ins Grundgesetz: Große CSD-Parade in Erlangen - Veranstalter mit Forderungen

Am Samstag, dem 1. Oktober 2022, findet in Erlangen wieder die Demonstrationsparade zum Christopher Street Day statt. Die CSD-Veranstalter haben konkrete Forderungen an die Politik.
CSD-Parade zieht durch Erlangen: Veranstalter mit Forderungen - "geschlechtliche Identität" soll ins Grundgesetz
In Erlangen findet am 1. Oktober 2022 wieder die große CSD-Parade durch die Innenstadt statt. Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbol

In Erlangen findet am Samstag, 1. Oktober 2022, zum dritten Mal der Christopher Street Day (CSD) statt. Höhepunkt des Programms ist wieder ein großer Demonstrationszug durch die Innenstadt, der heuer unter dem Motto "Sichtbarkeit schafft Sicherheit" stattfindet. Insbesondere nach dem tödlichen Angriff auf einen Teilnehmenden in Münster Ende August ist die Sorge um Angriffe während den CSD-Paraden in der Community deutlich gewachsen. 

Deshalb findet vorab am Freitagabend ab 18 Uhr in der Erlanger Stadtbibliothek im Bürgersaal ein kostenloser Vortrag der Polizei zum Thema "Gewaltprävention - Verhalten in Gefahrensituationen" statt. Wie die Veranstalter des CSD online mitteilen, würden auf der Erlanger Demo mit anschließendem Fest sogenannte "BestBuddys" eingesetzt, die Warnwesten tragen und helfen, wenn man sich bedrängt oder unwohl fühle, wie es heißt. 

CSD-Plakat in Erlangen beschädigt - Veranstalter fordern unter anderem "queeren Schutzraum"

Beginn der Demonstration ist am Samstag um 13 Uhr auf dem Schlossplatz in Erlangen. Von dort aus soll es über die Arcaden und Henkestraße zum Lorlebergplatz und über die Universitätsstraße wieder zurückgehen. Ab 15.30 Uhr findet dann ein "Straßenfest" mit Kundgebung auf dem Schlossplatz statt. Das Parken sei auf dem Großparkplatz hinter dem Hauptbahnhof möglich, heißt es. Die offizielle "CSD-Afterparty" steigt im Jugendclub Orange, hier gehe es ab 22 Uhr los, so die Veranstalter. 

"Viel zu oft finden weiterhin Übergriffe auf die LGBTIQ*-Community statt. Die CSD-Demonstrationen bleiben deshalb ein wichtiges Zeichen, dafür, stolz und selbstbewusst zu sein, sich nicht einschüchtern zu lassen und für die eigenen Rechte einzutreten", wird Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) in der offiziellen CSD-Broschüre zitiert. Auch die Veranstalter selbst stellen Forderungen an die Politik, für die sie auch am Samstag auf der Demonstration eintreten wollen. 

Hierzu gehören laut Forderungskatalog unter anderem "die Ergänzung des Artikel 3 Grundgesetz um das Merkmal der sexuellen und geschlechtlichen Identität", "die Abschaffung bzw. Reform des Transsexuellengesetzes", "die Berücksichtigung und Mitwirkung in Senioren- und Rundfunkräten" sowie "ein Queeres Zentrum, dass dauerhaft einen queeren Schutzraum in Erlangen bietet". Zuvor hatte es Zerstörungen von CSD-Plakaten in Erlangen gegeben, die die Linken-Politikerin und Queer-Aktivistin Josephine Taucher in den sozialen Medien angeprangert hatte. "Dass Hass besteht, zeigt der Vandalismus gegen ein Großflächenplakat des CSD Erlangen nur 4 Tage nach dem Aufhängen", schrieb Taucher kürzlich in einem Post. Hier habe man "Dinge weggestrichen, um queere Menschen unsichtbar zu machen".