Die Corona-Pandemie hat für die Absage der Erlanger Bergkirchweih 2020 gesorgt. Nicht betroffen davon sind die  Sanierungsmaßnahmen am Bergkirchweihgelände. Die Maßnahmen für die Bauperiode 2019/2020 konnten planmäßig abgeschlossen werden. Auch diese Umbauten verfolgten laut einer Pressemitteilung der Stadt "primär das Ziel, aus Sicherheitsgründen auf dem gesamten Bergkirchweihgelände schrittweise neue, höhere Geländer anzubringen, die eine Mindesthöhe von 1,10 Metern besitzen und einer Horizontallast von 2,0 kN/m standhalten."

Dazu mussten auch Stützmauern und Wege erneuert werden. Die Betonwände wurden wie in den vorangegangenen Abschnitten mit Sandstein verkleidet und fügen sich so in das Gelände ein. Das Erscheinungsbild wurde eng mit der Denkmalpflege abgestimmt.

Erlanger Bergkirchweih: Sanierung des Geländes kostet 1,5 Millionen Euro

Mit einem Investitionsvolumen von knapp 1,5 Millionen Euro war dieser Sanierungsabschnitt der bislang größte am Bergkirchweih-Gelände. Im Einzelnen:

Hofbräu Keller Sämtliche Stützmauern wurden saniert und zur Aufnahme der neuen Geländer mit erhöhten Geländerlasten ertüchtigt. Das historische Bestandsgeländer blieb aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten. Die Bäume konnten erhalten werden. Der Einbau der Geländerfundamentierung zur Schonung der Wurzelbereiche erfolgte in angepasster Sonderbauweise.

Sanierung: Diese Umbaumaßnahmen sollen für mehr Sicherheit sorgen

Henninger Keller Sämtliche Stützmauern wurden saniert und zur Aufnahme der neuen Geländer mit erhöhten Geländerlasten ertüchtigt oder vollständig erneuert. Die Bodenplatte über der Gewölbedecke des Henninger Keller wurde abgebrochen und erneuert. Die vorhandene Stahlkonstruktion, die während der Bergkirchweih als Überdachung genutzt wird, musste vollständig abgebaut und erneuert werden. Das dreischiffige Hauptdach des Henninger Kellers wurde in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde in vergleichbarer Art und Größe wie das bis dahin bestehende Dach als filigrane, demontierbare Stahlkonstruktion neu errichtet. Das hintere angehängte Zusatzdach wurde abgebaut.

Wie bei den vorherigen Maßnahmen wurde großer Wert auf den Erhalt des Baumbestands gelegt. Allerdings konnten zwei Bäume wegen ihrer unmittelbaren Nähe zu vorhandenen und zu erneuernden Stützwänden nicht erhalten werden. Für diese zwei Bäume wurden fünf Ersatzpflanzungen in dem Bereich vorgenommen.

Beleuchtung wird verbessert

Derzeit wird die Beleuchtungsanlage auf dem Bergkirchweihgelände verbessert und teilweise neu konzeptioniert. Dazu werden vorhandene Freileitungen und die Licht- und Abspannmaste vollständig abgebrochen und durch eine neue Beleuchtungsanlage mit optimierten Maststandorten ersetzt. Grundsätzlich ist der Einsatz von LED-Leuchten mit warmweißem Licht vorgesehen.

Die Montage der Leuchten erfolgt an sieben Meter hohen Stahlmasten. Insgesamt gibt es in diesem Bereich elf neue Leuchtstellen. Gleichzeitig werden Freileitungen durch Erdverkabelung ersetzt und die bestehenden Stromkreise optimiert. Insgesamt sind circa 480 Meter Straßenbeleuchtungskabel in diesem Bereich neu zu verlegen.

Bäume können trotz Umbau stehen bleiben

Die Standorte der Maste und der Verlauf der Gräben wurde unter Beachtung des Baumschutzes optimiert, betont die Stadtverwaltung. Betroffene Bäume können erhalten werden. Die geschätzten Investitionskosten für die geplante Baumaßnahme belaufen sich auf circa 180 000 Euro.

An sieben verschiedenen Stellen sollen Geländer erneuert werden. Die geschätzten Investitionskosten für die geplante Baumaßnahme belaufen sich auf rund 200 000 Euro.

Ausblick: Bergkirchweih 2021 - das ist der Plan für danach

Ausblick: Nachdem die Bergkirchweih 2021 hoffentlich stattfinden konnte, soll danach mit der Sanierung des Steinbach-Bräu-Kellers begonnen werden. Um sicherzustellen, dass der "Berg" auch in Zukunft ein grünes Blätterdach hat, führte der kommunale Betrieb für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung im Frühjahr 2020 umfassende Pflegemaßnahmen und Nachpflanzungen durch. Zusammen mit Verbesserungen von Baumstandorten bei Baumaßnahmen soll so erreicht werden, dass Bäume so gut wie möglich erhalten werden und der Bestand gleichzeitig nachhaltig verjüngt werden kann.

Insgesamt wurden 34 neue Bäume gepflanzt. Hierbei handelt es sich zum einen um Ersatzpflanzungen für aus Sicherheitsgründen gefällte Bäume und zum anderen um Neupflanzungen, die das Gelände zusätzlich aufwerten sollen.

Pflanzen sollen nachhaltig sein

Für eine nachhaltige, zukunftsfähige Pflanzung werden umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen getroffen. Der erste Schritt der Pflanzmaßnahme ist die Vorbereitung des Untergrunds. Wo Baumtorsi standen, wurden diese entfernt. Anschließend wurden pro Baum etwa zwölf Kubikmeter bestehender Boden gegen Baumsubstrat getauscht. Das ist eine speziell für Baumpflanzungen entwickelte, mineralische Substratmischung, die in erster Linie aus Löss, Lava, Bims und Sand besteht. Diese Zusammensetzung fördert den Luft- und Wasserhaushalt des Baumstandortes und verbessert somit den Anwuchserfolg sowie die langfristige Entwicklung des Baums.

Im Bereich von Bäumen, deren Wurzelraum von Autos und Lkw überfahren wird, wurden Wurzelbrücken eingebaut. Sie verhindern eine Verdichtung des Wurzelraums durch Befahren, die unweigerlich zum Absterben des Baums führt.

Bodenverbesserungen kosteten 40.000 Euro

Die Investitionen für Bodenverbesserungen betrugen 40.000 Euro. Bei der Auswahl der Baumarten wurde großes Augenmerk auf Standortbedingungen und Klimaresistenz gelegt. Bei den Pflanzgrößen handelte es sich um Hochstämme mit einem Stammumfang von 16 bis 18 Zentimetern bzw. von 30 bis 35 Zentimetern.

An exponierten Standorten wird auf die größeren Exemplare zurückgegriffen.