Am Vorabend des Weltfrauentags wurde in der Stadtbücherei Herzogenaurach die Wanderausstellung "Mütter des Grundgesetzes" eröffnet. Auf 17 Plakaten werden die Lebensgeschichten von Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel gezeigt.

Sie waren Mitglieder des Parlamentarischen Rates und konnten dadurch zur Entstehung des Grundgesetzes und zur verfassungsrechtlichen Gleichstellung von Frauen und Männern beitragen. Und so entstand im Jahr 1949 Artikel 3, Absatz 2 "Frauen und Männer sind gleichberechtigt " Einfach war es nicht, heftige Diskussionen waren vorausgegangen. 1994 wurde der Artikel 3 des Grundgesetzes ergänzt und heißt jetzt: "Männer und Frauen sind gleichberichtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."

Erreicht wurde unter anderen das Frauenwahlrecht (1919), das Mutterschutzgesetz (1927) sowie das Gleichberechtigungsgesetz, demzufolge die Frau Eigentumsrechte an dem von ihr in die Ehe eingebrachten Vermögen hat (1958). Durch die Reform des Ehe- und Familienrechts wurde das Leitbild der Hausfrauenehe aufgehoben. Die Frau braucht für eine Erwerbstätigkeit nicht mehr die Zustimmung des Mannes (1977), das Bundeserziehungsgeld wurde eingeführt (1986) und das Vergewaltigungsverbot in der Ehe erlassen (1997).

Trotzdem gibt es noch viel zu tun. Die Bundesgemeinschaft der Frauenbeauftragten hat einen Fakten-Check zur Gleichstellung durchgeführt und Folgendes eruiert: Politik: Nur jeder vierte Platz in der Kommunalpolitik ist von einer Frau besetzt. Führungsposition: Nur jede vierte Frau der obersten Ebene in der privaten Wirtschaft ist eine Frau. Verdienstlücke: Frauen verdienen im Schnitt ein Fünftel weniger als Männer. Taschengeld-Lücke: Jungen in der vierten Klasse bekommen im Schnitt ein Viertel mehr Taschengeld mehr als Mädchen. Gewalt: Jede vierte Frau in Deutschland wird Opfer von körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Rentenlücke: Frauen erhalten 53 Prozent weniger eigene Alterssicherungsleistungen als Männer. Sorgearbeitslücke: Frauen verwenden täglich anderthalbmal so viel Zeit wie Männer für unbezahlte Sorgearbeit.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei Herzogenaurach besichtigt werden. Weitere Informationen gibt es unter www.frauenbeauftragte.de.