Überall sieht man sie: Kinder, aber auch Jugendliche bis hin zu jungen Erwachsenen: Sie alle halten ihr Handy vor sich und laufen suchend durch die Straßen, bleiben oft stehen und vergessen sogar manchmal, auf den Verkehr zu achten. Pocketmonster - Taschenmonster - ist der korrekte Begriff und der Erfinder der kleinen Wesen kommt aus Japan.

Auch der zwölfjährige Constantin und sein gleichaltriger Freund André jagen mit Begeisterung in den Straßen von Adelsdorf ihre Pokémon. Constantin ist seit 13. August Fänger, hat schon Level 14 erreicht und mittlerweile 48 Pokémon gefangen. André fängt erst seit Montag, hat Level acht erreicht und inzwischen 53 Pokémon erwischt. Das können die beiden alles in ihrem Handy nachkontrollieren.

"So komme ich von der Couch und vom PC weg und betätige mich sportlich", sagt Constantin und strahlt.
"Wir spielen seit drei Tagen zusammen und sind schon rund 40 Kilometer gelaufen", verrät André. Am Donnerstag um die Mittagszeit waren sie bereits sechs Kilometer marschiert. Auch das können sie im Smartphone nachlesen.

Danach machen sie eine Eispause und dann geht's weiter. Man könne ja im Shop was kaufen, zum Beispiel Pokémon-Münzen und Lockmodule, aber das machen die beiden Jungs aus Adelsdorf nicht.

Constantin hat schon zwei Kilo abgenommen und ist ganz stolz. "Wir beginnen früh um 9.30 Uhr und laufen bis etwa 17.30 Uhr - mit kleinen Pausen dazwischen", erzählt André, immer seinen Blick auf sein Smartphone gerichtet.

Es könnte ja grade wieder so ein kleiner Kerl in die Nähe kommen. Den beiden Freunden bereitet die Jagd nach den Pokémon viel Spaß und so wird es in den Ferien auf keinen Fall langweilig. Nur auf den Straßenverkehr müssen sie achten, denn sonst könnte es kritisch werden. "Wir passen schon auf", betonen beide, bevor die Suche weitergeht.