Nachts ist die Herzogenauracher Innenstadt in der Regel wie leer gefegt. Nicht aber, wenn das "Herzo Festival" lockt. Vor allem vor dem Bayerischen Hof und vor dem Espressovita war am Samstag viel los. Hier hatten Autos und der Shuttlebus auch zu später Stunde noch Mühe, durchzukommen.
Das kühle Wetter lud nicht gerade zu abendlichen Touren ein, aber es gab auch schon verregnete Festival-Nächte. Die echten Festival Besucher lassen sich davon nicht abschrecken. "Die Herzogenauracher nahmen das Angebot gerne an, zumal jeder einen Platz zum Feiern findet, der seinen Wünschen entspricht. Sie lassen sich auch nicht vom Wetter schrecken", erklärte Mitorganisator Jürgen Rissmann. Und die Zahl der Besucher, die entweder die teilnehmenden Locations fußläufig erkundeten oder sich vom Shuttle-Bus kutschieren ließen, bestätigte dies.
Das Musikprogramm in den einzelnen Kneipen war abwechslungsreich, so dass für jeden Musikfreund die passende Stilrichtung dabei war. Egal ob es dynamisch und rockig mit der Coverband "Smash" wie im Kreisl zuging oder mit "Smiley & Friends", die im Alten Backhaus auf alte Freunde stießen.


Alte Hasen und neue Gesichter

Im Espressovita trat ebenfalls ein Herzo-Festival-Erprobter auf: Uwe Riedmüller, der in der Vergangenheit auch schon im Shuttle-Bus für Unterhaltung sorgte.
Eine der besten Stimmen des diesjährigen Festivals war im Bayerischen Hof zu hören. Hier traten "Choco Latte" auf, das Duo aus Felicia Peters und Marcus Klinger.
Aber auch Herzo-Festival-Neulinge waren diesmal vertreten. Im Ratskeller sorgte "Hunter" für Stimmung, eine klassische Coverband aus Wachenroth, die unter anderem Deep Purple und Metallica im Repertoire haben. Eine junge Band wurde auch für das indische Restaurant Taj Mahal engagiert. "Benjoe", eine fünfköpfige Gruppe aus Schwabach, ließen Rock, Pop, Folk und Soul miteinander verschmelzen.


Kunterbunter Stilmix bei "Bülbül Manush"

Im Café Römmelt begeisterte die Band Reline, eine Höchstadter Formation mit drei Frauen, die Musik von Ed Sheeran genauso im Repertoire hatte wie AC/DC.
Die Herzo Bar landete mit "Bülbül Manush" einen Volltreffer. Das Musikprojekt startete 2010 mit vier Leuten und wuchs sehr schnell zu einer sehr großen Formation mit zwölf festen Bandmitgliedern und bis zu 20 Gästen heran. Gesungen wird in mehr als zehn Sprachen. "Bülbül Manush" bastelt Klänge des Orients, Balkanbeats mit beispielsweise Elementen aus dem Funk zusammen.


Live-Musik im Shuttelbus

Klasse kam bei den Besuchern auch Klaus Redlingshöfer mit seinen unplugged Songs im Bus an, denn er sorgte für viel Kurzweil beim Weg quer durch Herzogenaurach. Mit Live-Musik kann es da auch schon mal kuschlig werden und nicht wenige drehten noch eine zweite Runde.