"Alle reden von der Energiewende", sagt Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal (FW), "da müssen auch wir was tun". Mit dieser Aussage reagiert er auf Überlegungen, im Bereich der Gemeinde einen Solarpark anlegen zu lassen.

Nachdem im Ort und in den Sozialen Medien bereits Gerüchte über ein solches Vorhaben kursieren, erklärt Fischkal auf Anfrage des FT, dass es zwei Interessenten für den Bau von Solarfeldern gebe. Einer habe seine Vorstellungen bereits hinter verschlossenen Türen im Gemeinderat präsentiert, der zweite werde diese Möglichkeit auch noch bekommen. Nein gesagt habe der Rat dazu nicht.

Konkret sei aber noch gar nichts, so der Bürgermeister. Mögliche Standorte für ein solches Vorhaben möchte er noch nicht in der Öffentlichkeit diskutieren. Allerdings räumt er ein, dass "beide in der Aischer Flur" liegen. Das hätte auch schon die Runde gemacht, nachdem der Bus mit den 20 Gemeinderäten in dem Ortsteil Station machte und die Volksvertreter durchs Gelände spazierten.

Die möglichen Flächen seien 10 bis 15 Hektar groß, vom Ort Aisch aus aber "kaum einsehbar". Bisher sind laut Fischkal aber weder die Grundstücksverhältnisse geklärt, noch irgendwelche Entscheidungen gefallen. Da die Gemeinde die Planungshoheit über ihr Gebiet hat, müsste ein solches Vorhaben in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden. Das könnte bei der jetzt anstehenden Überarbeitung passieren, würde aber trotzdem "einen längeren Zeitraum" dauern.

Fischkals Position ist klar. Man könne nicht nach alternativen Energien schreien und dann hinterher schieben: "Aber nicht vor meiner Tür." Ein Solarpark auf dem Gebiet der Gemeinde Adelsdorf müsse für alle verträglich sein, fordert der Bürgermeister, für Bürger, Landwirte und auch für die Investoren.

Auch wenn Fischkal noch nicht konkreter werden will, versichert er aber, dass ein möglichen Standort nicht zwischen den Ortsteilen Aisch und Lauf liegt. Hier wollte schon 2006 der ortsansässige Solar-Unternehmer Olaf Fleck auf einer Fläche von 14 Hektar ein damals so genanntes Solarkraftwerk bauen und mit Hilfe der Photovoltaik Strom erzeugen. Vom Gemeinderat gab es grünes Licht, doch beim Bund Naturschutz und in der Bevölkerung regte sich Widerstand. Nachdem weit über tausend Unterschriften gegen das Projekt gesammelt waren, gab Unternehmer Fleck sein Vorhaben wieder auf.

Inzwischen sind 14 Jahre vergangen, der Ausstieg aus Atomkraft und Kohle beschlossen. Für Stefan Jessenberger, Vorsitzender des Vereins Energiewende ERH, sind Solarparks, wie sie in Adelsdorf diskutiert werden, "auf jeden Fall notwendig und sinnvoll". Um die Klimaziele zu erreichen, müsse man noch das Drei- bis Vierfache der jetzigen Wind- und Solarparks bauen, fordert der Energieexperte.