Eine solche Form der Müllentsorgung ist auch der Polizei ein Dorn im Auge. "Wir beißen uns hier bei den Ermittlungen schon fest", sagt Höchstadts Polizeichef Jürgen Schmeißer zu dem Fall, der am Donnerstag aktenkundig wurde. Im Wald östlich von Hemhofen entdeckte ein Teichwirt 19 alte, illegal entsorgte Reifen - teils ohne, teils auch noch auf rostigen Felgen.

Die Gemeinde erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Bauamtsleiter Georg Wahl hofft, dass die Täter ausfindig gemacht und ordentlich bestraft werden, "sonst sind die Bürger, die sich an die Regeln halten, die Dummen." Für die Polizei ist die Suche nach den Übeltätern nicht einfach, räumt Polizeichef Schmeißer ein. Trotzdem suche man Zeugen und gehe jeder Spur nach.
"Wir geben uns Mühe, sind aber nicht in jedem Fall erfolgreich."

Hohe Dunkelziffer

Bei illegalen Müllentsorgungen im Wald und in der freien Natur gebe es auch eine hohe Dunkelziffer, ist Schmeißer überzeugt. Viele Waldbesitzer würden den Unrat einfach mitnehmen und selbst entsorgen, ohne erst Anzeige zu erstatten.

Kommt die Polizei bei ihren Ermittlungen zu einem Ergebnis, wird dieses dem Landratsamt vorgelegt. Das verhängt dann gegen den Umweltverschmutzer ein Bußgeld. "Es wäre jedenfalls viel billiger, alte Reifen ordnungsgemäß zu entsorgen", sagt dazu Landratsamt-Pressesprecherin Hannah Reuter.

Bis zu 1500 Euro Bußgeld

Im "Bußgeldkatalog Umweltschutz" ist genau geregelt, wieviel das illegale Entsorgen von Autoreifen kostet. Bei einer Menge bis zu fünf Reifen werden 300 Euro Bußgeld fällig, mehr als fünf kosten zwischen 300 und 1500 Euro. Für die 19 Reifen in der Hemhofener Flur werden 800 Euro Strafe fällig, wenn der Täter erwischt wird.
Dieser kann dann das Bußgeld bezahlen und die Sache ist erledigt - oder er legt Einspruch ein. Damit ginge der Fall vor das Amtsgericht. Billiger wird es für den Täter in der Regel nicht. Kann oder will er seine Strafe nicht zahlen, wird er in "Erzwingungshaft" genommen. Laut Pressesprecherin Reuter stellt das Landratsamt pro Jahr drei bis vier Anträge auf Erzwingungshaft.

Wird bei den Reifen in der Hemhofener Flur kein Verursacher ausfindig gemacht, übernimmt das Landratsamt die Entsorgung. Die Kosten dafür trägt dann der Bürger.