Die Corona-Pandemie hat besonders touristische Leistungsanbieter hart getroffen. Sie hat aber auch gezeigt: Der Tourismus hat für die Urlaubsregion Coburg.Rennsteig eine immense Bedeutung.

Mit den Maßnahmen während und nach der Pandemie beschäftigte sich zum Monatswechsel der Vorstand des Tourismusvereins Coburg.Rennsteig. Einstimmig bestätigte der Vorstand die Kampagne Heimatliebe, die die Geschäftsstelle gemeinsam mit dem Regionalen Tourismusausschuss entwickelt hat. Zudem stand ein personeller Wechsel im Gremium auf der Tagesordnung.

Zu Beginn der Sitzung begrüßte der Vorsitzende des Vorstands, Coburgs Landrat Sebastian Straubel, ein neues Gesicht in der Runde: Der Zweite Bürgermeister Hans-Herbert Hartan nahm in Vertretung von Oberbürgermeister Dominik Sauerteig erstmals für die Stadt Coburg an einem Termin des länderübergreifenden Tourismusvereins teil. Gleichzeitig wurde Coburgs ehemalige Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber aus dem Vorstand verabschiedet. Seit 2015 war sie stellvertretende Vorsitzende im Vorstand des Tourismusvereins. "Frau Dr. Weber hat sich seit der ersten Stunde unseres Vereins immer für unsere länderübergreifende Kooperation eingesetzt, auch wenn sie sich bewusst war, dass gute Dinge manchmal ihre Zeit brauchen", verabschiedete der Vorsitzende, Coburgs Landrat Sebastian Straubel, sie dankbar aus dem Gremium.

2019 war ein Spitzenjahr

Die Zeiten vor der Corona-Krise waren gut. Das zeigte ein Blick auf die Zahlen aus dem Tourismus-Jahr 2019. Geschäftsführer Jörg Steinhardt konnte erneut über Steigerungen bei Ankünften und Übernachtungen berichten: So wurden laut amtlicher Statistik der Landesämter (erfasst werden Betriebe ab zehn Betten) insgesamt 295946 Gästeankünfte verzeichnet. "Das ist ein Anstieg von 10,85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", sagte Steinhardt. Auch bei den Übernachtungen zeigte sich mit insgesamt 977417 ein Plus von 6,66 Prozent. Die Steigerung der Übernachtungen um 61000 ergibt sich dabei aus zwei Effekten: Zum einen wurden 2019 mit Eisfeld und Hildburghausen zwei neue Mitglieder im Verein begrüßt, was einem Zuwachs von rund 30000 Übernachtungen entspricht. Zum anderen belaufen sich auch die realen Zuwächse auf 30000 Übernachtungen, teilt der Verein in einer Pressemeldung mit.

Doch wie hat die Corona-Pandemie die positiven Entwicklungen der letzten Jahre und die tägliche Arbeit des Tourismusvereins beeinflusst? "Natürlich wird die gegenwärtige Situation in keiner Weise mit den vergangenen Jahren vergleichbar sein", sprach Steinhardt in seinem Geschäftsbericht den Einbruch beziehungsweise kompletten Ausfall der Gäste in den vergangenen drei Monaten an. Der umfangreiche Marketing-Plan des Tourismusvereins für das Jahr 2020 wurde komplett überarbeitet: "Wir haben unsere geplanten Maßnahmen angepasst oder auf spätere Termine verschoben", erklärte Steinhardt. Die Ausarbeitung der Corona-Kampagne nahm das Team der Geschäftsstelle gemeinsam mit dem Regionalen Tourismusausschuss um die Vorsitzenden Lutz Lange ("ThermeNatur" Bad Rodach) und Björn Cukrowski (IHK Coburg) vor.

Maßnahmen angepasst

Nach der ersten "Schockstarre" und dem damit verbundenen Informationsbedarf von Gastgebern und Gästen durch den Lockdown hatte der Tourismusverein - neben kontinuierlichen, aktuellen Informationen - die Inhalte der dauerhaften Maßnahmen angepasst. So konnten Gäste online lesen, was man auf einer Stadtführung mit dem Coburger Nachtwächter erlebt oder wie man gemeinsam den "Lauschaer Mellichstöckdooch" - zumindest ein bisschen - von zu Hause aus feiern kann. Besonders positiv seien auch die Reaktionen auf den Social-Media-Kanälen gewesen, sagte Steinhardt. Auf Facebook und Instagram seien schöne Bilder aus der Region geteilt worden. Durchweg habe man dabei positives und aufmunterndes Feedback erhalten, insbesondere durch weitere neue Bilder, aber auch Erinnerungen an den Urlaub im Tourismusgebiet Coburg.Rennsteig.

Sobald erste Lockerungen für den Tourismus verkündet wurden, konnte man durch die gute Vor- und Zusammenarbeit reagieren: "Gemeinsam mit allen Beteiligten hatten wir bereits die Kampagne Heimatliebe vorbereitet", erklärt der Geschäftsführer. Die Kampagne beinhaltete sowohl Maßnahmen im Online- als auch im Print-Bereich: Direkt Anfang Juni hat der Verein begonnen, seine Hauptthemen im Bereich Kultur und Natur zu bewerben. Online erfolgt die Bewerbung in einem Drei-Schritte-Plan. Erste Erfolge hätten sich laut Geschäftsführer Steinhardt bereits in den vergangenen Wochen gezeigt: Nach monatelangem Rückgang stiegen die Anfragen nach Unterkünften und Gastronomien sowie nach geöffneten Freizeiteinrichtungen in der Geschäftsstelle des Tourismusvereins wieder deutlich.