Die Kinder nutzen "ihr" Freizeitgelände "Piratenbucht". Sollen sie ja auch, aber sie fahren mit Rollern, Fahrrädern und Skateboards die Treppenanlage und die Seifengasse hinunter. Dabei dächten sie nicht daran, dass in diesem Bereich rechts vor links gelte. Diesen Eindruck haben zumindest Anwohner der Seifengasse. Sie machten die Gemeindeverwaltung darauf aufmerksam, dass es in diesem Bereich seit der Fertigstellung des Freizeitgeländes mitunter richtig gefährlich zugehe. Das berichtete wiederum Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU) bei der Sitzung des Ausschusses Infrastruktur, Bauen und Umwelt (IBU) am Dienstag. Sich einmal dort umzuschauen, stand schon auf der Tagesordnung, und die Gemeinderäte machten eine Ortsbegehung.

Nicht zum ersten Mal waren sie dort, um zu beratschlagen. Im September wurde zusammen mit Polizeihauptkommissar Roland Eibl, Sachbearbeiter Verkehr der Polizei, und der Unteren Straßenverkehrsbehörde des Landratsamts Coburg eine Ortseinsicht durchgeführt. Dabei wurde erarbeitet, was Roland Eibl am Dienstag dem Ausschuss erläuterte.

Vorfahrt für Fußgänger

Der gesamte Bereich Langer Graben/Fuhrmannsgasse/Seifengasse könnte zu einem "verkehrsberuhigten Bereich" werden, war der Vorschlag. Das würde bedeuten, dass alle Fahrzeuge mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden müssen und Fußgänger nicht gefährdet oder behindert werden dürfen. Das Parken ist verboten und nur innerhalb der gekennzeichneten Flächen erlaubt. Alle Fußgänger dürfen die ganze Straßenbreite nutzen. Das Spielen ist erlaubt. "Verkehrsberuhigter Bereich" besagt außerdem, dass bei Straßeneinmündungen die Regelung rechts vor links besteht.

Für den Antrag, an der Einmündung der Fuhrmannsgasse in die Seifengasse einen Spiegel anzubringen, konnte sich die Polizei nicht erwärmen. Da sei man noch auf der Suche nach einer Lösung. Das Ordnungsamt hat in Abstimmung mit dem Sachbearbeiter Verkehr der Polizei einen Verkehrszeichenplan erarbeitet. Darin ist Folgendes vorgesehen: Die Halteverbotsschilder kommen im gesamten Bereich Langer Graben/Fuhrmannsgasse weg, stattdessen werden Schilder "verkehrsberuhigter Bereich" aufgestellt. Zur Verdeutlichung der Verkehrsregelung wird im Langen Graben (direkt neben dem Gemeindehaus, Schloßstraße 1) zur Verdeutlichung ein Piktogramm aufgebracht. Weiterhin sind Schilder in der Fuhrmannsgasse aus Richtung Lichtenfelser Straße (Höhe Zweirad-Gössele) und an der Treppenanlage aus Richtung der Lichtenfelser Straße vorgesehen. "Sackgasse frei für Fußgänger und Radfahrer" wird es auf Höhe der ehemaligen Viehwaage heißen.

Nächste Station der Ortsbegehung war die Birkacher Straße in Obersiemau. Die Entwurfsplanung zur Sanierung dieser Straße erläuterte später Ingenieur Jürgen Kittner in der Turnhalle der Grund- und Mittelschule. Die Länge der Strecke beträgt rund 350 Meter, beginnt am Feuerwehrhaus und endet nach der Grenzeiche beim Abwasserdurchlass, Richtung Birkach. Für die Straße ist kein Vollausbau vorgesehen. Sie soll lediglich eine neue Trag- und Deckschicht sowie durchgehende Gehwege erhalten. Teilweise müssten auch zwei Abwasserkanäle erneuert werden, hieß es in der Entwurfsplanung des Ingenieurbüros Kittner & Weber (Sonnefeld), der das Gremium zustimmte.

Schließlich sah man sich die Lärmschutzanlage (Wall) auf Höhe des Kreisverkehrsplatzes entlang der Kreisstraßen CO28 und CO12 an. Zur Verbesserung des Lärmschutzes wurde der Bau einer zusätzlichen Lärmschutzwand beschlossen. Angeregt hatte dies das Büro Möhler + Partner (Bamberg). Dabei sollen auf dem Wall verzinkte Erdspitzen eingebracht werden, die Pfosten und Mittelteile aus Holz in senkrechter Deckelschalung erhalten sollen. Dafür sei eine grüne Rankbepflanzung angedacht. Die Lärmschutzwand soll rund 80 Meter lang und ein bis zwei Meter hoch werden. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, entsprechende Angebote einzuholen und möglichst bald dem wirtschaftlichsten Bieter den Auftrag zu erteilen. Die Kosten dürften laut Schätzung etwa 25000 Euro betragen.