Am Goldbergsee sind nun mobile Toiletten im Gespräch. Denn Kosten für etwas Massives von bis zu 160 000 Euro sind den Coburger Räten zu hoch.
Am Goldbergsee könnte es eine öffentliche Toilette geben. Anstelle einer massiv gebauten Bedürfnisanstalt jedoch sollen nun auch flexible WCs in Erwägung gezogen werden. Wann durch den einstimmigen Beschluss des Bau- und Umweltsenats am Mittwoch Besucher des Goldbergsees nicht mehr den Zwang haben, sich in die Büsche schlagen zu müssen, hängt von den kommenden Haushaltsberatungen der Stadt ab. In der Vergangenheit ging man von einer öffentlichen Toilette in einem Seecafé aus. Aber Gastronomie dort lässt auf sich warten.
Im Mai hatte die Fraktion der Grünen beantragt, beim Parkplatz des Goldbergsees ein öffentliches WC zu bauen. Der Hochwasser-Rückhaltestausee habe sich zu einem beliebten Freizeit- und Naherholungsgebiet entwickelt, daher sei eine Toilette unabdingbar. Besonders im Sommer sei dieser Mangel in den ufernahen Gebüschen sicht- und riechbar. Dass grundsätzlich eine öffentliche Toilette dort durchaus abendländischen Standards entsprechen sollte, war unstrittig, auch schon in einer vorangegangenen Sitzung des Bau- und Umweltsenats. Baukosten zwischen 140 000 und 160 000 Euro sowie weitere rund 11 000 Euro jedes Jahr für Reinigung und Wartung waren für die Mehrheit zu hoch. Zuschüsse konnte die Bauverwaltung für das Vorhaben nicht verwirklichen.
"Augenblicklich geht das aus finanziellen Gründen nicht", begründete Peter Kammerscheid (Pro Coburg) seine Ablehnung. Die großen finanziellen Herausforderungen für die Stadt angesichts der Theatersanierung und des Globe-Theaters ließen das nicht zu, so die Meinung von CSU-Stadtrat Max Beyersdorf. "Aber am Goldbergsee sind viele Menschen und ohne eine Toilette ist es mittelalterlich." Um eine vielleicht jahrelange Diskussion zu vermeiden, sprach er sich für eine kostengünstige Lösung aus. Partei- und Fraktionskollege Jürgen Oehm votierte ebenfalls für eine "gediegene funktionale Lösung", der jetzige Zustand sei "unverantwortlich".
Diskussion um Standort
Stadträtin Barbara Kammerscheid (SBC) wiederum hielt den Standort am Parkplatz für verfehlt. Die meisten Besucher hielten sich erfahrungsgemäß am Ufer gegenüber auf. Dort müsse man kostengünstig müssen können. An den gültigen Bebauungsplan mit einem Standort für Gastronomie und damit WC erinnerte Hans-Heinrich Ulmann (CSB). "Das sind doch Luxusprobleme! Dann stellen wir im Sommer eben ein Dixie hin", echauffierte er sich. Genauso pragmatisch und engagiert warf sich SPD-Stadtrat Andreas Gehring in die Diskussion: "Was für jeden Bauarbeiter möglich und auf jeder Baustelle bewährt ist, geht auch für jeden Jogger." So sei günstig ein Häuschen für "Männlein und Weiblein" aufzustellen. Partei-solidarisch zeigte sich Stadtrat Dominik Sauerteig, ein WC sei nötig, am besten auf der Uferseite gegenüber der Straße nach Bad Rodach und kostengünstig.
Neben einer massiven Lösung werde die Verwaltung nun den Aufwand für flexible Toiletten ermitteln, damit darüber bei den Haushaltsplanberatungen entschieden werden könne, sagte Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU). Damit zeigte sich Grünen-Stadtrat Wolf-Rüdiger Benzel als Antragsteller einverstanden.
Die Optik der blauen Plastikhäuschen könne mit geringem Aufwand aufgehübscht werden, brach Weber eine Lanze für eine ästhetisch einwandfreie Sanitärhygiene.
Sanierung: Melanchthonstraße wird robuster gebaut
54 Jahre nach ihrem Bau wird die holprige und löcherige Melanchthonstraße nun saniert. Im März oder April nächsten Jahres beginnen die Bauarbeiten. Der Bau- und Umweltsenat sprach sich am Mittwoch einstimmig dafür aus, die 1964 gebaute Straße zwischen dem Kanonenweg und der Lutherstraße auf einer Länge von etwa 175 Metern auf Vordermann zu bringen. Die Kosten für den Vollausbau hat der Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb (CEB) mit 455 000 Euro berechnet.
Klar, wer ein gleichzeitig das Royal Opera House technisch aktualisieren und zukunftsfit machen UND eine Itzphilharmoie errichten muß, hat kein Geld mehr fürs Örtchen am See ...– aber mal ehrlich: Was sind 160 k€ gegen die mittlerweile für "Covent Garden für Arme" und "Globuli-Theater" gegen die (wahrscheinlich bald schon wieder obsoleten rund 15 Milliarden Cent?
Nicht falsch verstehen: Wir sind sehr für die jetzt bekannte Version der Landestheater-Renovation, und auch das Globe wird sich zwar nicht rechnen, aber doch lohnen.
Aber nur daran zu denken, sich wegen einer im Vergleich eher lächerlichen Summe damit zu blamieren, an solch exponierter Stelle Einheimischen und Besuchern Baustellen-Chemie-Häuschen – es gibt nur das eine Wort: zumuten zu wollen (vor allem der Damenwelt ...) ist ein ziemlich sicherer Indikator dafür, wo man sich befindet: Im Coburger Stadtrat, wo der Residenzler-Geist wie eh und je umso stürmischer weht, je größer die Hunde sind, mit denen man pissen gehen will.
Wir schlagen vor, im Rathaus die Toiletten zuzusperren und ein paar Baustellen-Chemieklos als Alternative in den Hof zu stellen. Gern darf Frau Doktor Weber sie ihn freundlichen Farben bemalen, solang sie sich immer darein begibt, um das zu tun, was bei "Franken WC" als Slogan am Türchen Steht: "Ihr Geschäft ist unser täglich Brot."
Es sind zwar "nur" 1,5 Milliarden Cent, aber mindestens soviel ist auch für Zuwanderer vorgesehen, die unser Stadtsäckel belasten, wenn auch der Bund einiges dazu gibt, was hintenrum auch wieder uns Bürger belastet. (Es war mal von 63 000 € pro Jahr und minderjährigen Vollbartträger im CT die Rede).
…..und die sind für immer futsch!
150 Millionen Euro = eine 15 mit sieben Nullen; rechnet man auf Cent um, kommen zwei Nullen dazu: eine 15 mit neun Nullen = 15 Milliarden.
Es sind doch "nur" 15 Millionen, und nicht 150 Millionen!
Überall wo Nullen das Sagen haben, geht der Preis in die Höhe, besonders im öffentlichen Bereich.