Mit dem bevorstehenden Ruhestand des Orthopäden Peter Petrick wuchs in Neustadt die Befürchtung, die Stadt könnte künftig ohne niedergelassenen Orthopäden dastehen. "Deshalb sind wir froh, dass jetzt eine Lösung gefunden wurde", sagte gestern Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD). Die Lösung kommt mit Uwe Peschk, der bisher Leitender Oberarzt am Klinikum Coburg ist, und künftig den Neustadtern in "ihrem" Kankenhaus als Orthopäde zur Verfügung steht.

Ambulante Versorgung

In der Neustadter Klinik können Patienten damit künftig ambulant orthopädisch behandelt werden. Uwe Peschk wird aber auch operieren, wie er gestern bei einem Pressegespräch versicherte. Frank Rebhan legte Wert auf die Feststellung, dass mit Peschk nicht einfach ein Nachfolger gefunden wurde, "sondern ein hochkarätiger".

Peschk ist Jahrgang 1959.
Als Hilfskrankenpfleger erwarb er nach dem Abitur 1978 erstes medizinisches Wissen, ehe er von 1979 bis 1985 an der Karl-Marx-Universität in Leipzig Medizin studierte. Nach dem Wehrdienst war er von 1988 bis 1998 am Kreiskrankenhaus Elsterwerda tätig. Seit 1992 ist er Facharzt für Chirurgie.
Im Rahmen einer Weiterbildung im Schwerpunkt Unfallchirurgie war Uwe Peschk erstmals von 1999 bis 2001 am Klinikum Coburg tätig. 2005 wechselte er ganz in die Vestestadt, wo er zurzeit als Leitender Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie tätig ist.

Ab Mitte des Jahres Vollzeit

Bis Mitte des Jahres wird Uwe Peschk der Klinik in Neustadt mit 20 Stunden pro Woche zur Verfügung stehen, weil er in dieser Übergangszeit eben auch noch in Coburg gebraucht wird. Dann arbeitet er ganz in Neustadt. Uwe Peschk ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Mit dem Anästhesisten und Schmerztherapeuten Thomas Altscher zieht noch ein weiterer Facharzt in die Klinik in Neustadt ein, wie gestern informiert wurde.

Für Peter Frieß als Chef der Chirurgie in der Neustadter Klinik ist es ein Glücksfall, dass Uwe Peschk lückenlos auf Peter Petrick folgt. Bestand doch seit je her eine enge Zusammenarbeit mit seiner Praxis. "Nur mit Hilfe dieses MVZ sind wir beide überlebensfähig", sagt Frieß. Damit bleibt weiter ein ambulantes Angebot in der Stadt vorhanden. "Das Krankenhaus steht dann als Partner für größere Eingriffe zur Verfügung", erklärt Frieß die Vorteile der neuen Regelung.
Als Hauptgeschätsführerin des Klinikverbunds Regiomed, zu dem in der Region neben dem Klinikum Coburg auch die Krankenhäuser in Lichtenfels, Hildburghausen und Sonneberg gehören, betonte Katja Bittner: "Es ist wichtig, dass die Verbindung zwischen stationärer und ambulanter Behandlung erhalten bleibt."
Nachdem der frühere Betreiber des Neustadter Kankenhauses in finanzielle Schräglage geraten war, hatte das Klinikum in Coburg das Neustadter Haus übernommen. Mit dem Erwerb der beiden Facharztbereiche soll offenbar der Standort gestärkt werden.