Die Tourismusregion "Coburg/Rennsteig" firmiert - alle Jahre wieder - auch als "Weihnachtsland". Bei einer Besprechung Anfang November soll geklärt werden, ob und wie in diesem die einzelnen Veranstaltungen stattfinden können. Doch die Gemeinde Weidhausen in Person von Bürgermeister Markus Mönch zieht bereits jetzt die Notbremse: der Weidhausener Weihnachtsmarkt, der jeweils am ersten Adventwochenende stattfindet, wird auch heuer nicht stattfinden.

In einem Schreiben an die Geschäftsführung der Tourismusregion begründet Markus Mönch seine Entscheidung mit den gesetzlichen Vorgaben - und eigentlich glaubt Mönch auch nicht daran, dass eine andere Stadt oder Gemeinde in der Lage ist, sich an "3G" oder "3G plus" zu halten: "Für mich ist es völlig ausgeschlossen, dass auch nur eine Kommune einen Weihnachtsmarkt durchführen kann und dabei das Rahmenkonzept auch nur einigermaßen einhält beziehungsweise einhalten kann." Beispielsweise dürften keine Menschen einen Weihnachtsmarkt besuchen, die an Covid erkrankt sind, die unter Quarantäne stehen oder die Symptome aufweisen. "Wie ist das bitte zu überwachen?", fragt Markus Mönch und hat in seinem Brief für das Wort "Wie" gleich mal drei Großbuchstaben verwendet. Anders als die Stadt Coburg könne Weidhausen auch nicht mal eben knapp 50000 Euro für Security und Bauzäune ausgeben.

"Nicht zu verantworten"

Worüber sich Mönch aber so richtig ärgert, ist, dass sich Bürgermeister dafür rechtfertigen müssten, wenn sie sich für eine Absage ihres Markts entscheiden. Denn in vielen Berichten werde suggeriert, dass Weihnachtsmärkte generell "grünes Licht" vom Staat bekommen hätten - dass aber sehr wohl etliche Vorgaben zu beachten sind, wüssten die wenigsten. Denn entweder müsse die "3G plus"-Regel angewendet werden, die aber Aufwand bedeutet (Kontrollen und "hermetische Abriegelung"), oder aber "3G", die dann aber die Einhaltung eines Rahmenkonzepts (mit Abstandsregelung!) erfordert.

Mönch erinnert daran, dass am Ende immer der Veranstalter trägt. Deshalb kommt Mönch zu dem Schluss: "Aus der mir mit meinem Amt übertragenen Verantwortung werden wir keinen Weihnachtsmarkt veranstalten."

Auch Mitwitz sagt ab

Ebenfalls immer am ersten Adventswochenende findet der Weihnachtsmarkt am Wasserschloss in Mitwitz statt. Zuletzt gab es Pläne, ihn aufgrund seiner Beliebtheit von zwei auf drei Tage auszuweiten - doch jetzt wurde auch hier beschlossen: Er findet 2021 gar nicht statt. "Uns liegt die Gesundheit unserer Aussteller und Gäste sehr am Herzen. Aus diesem Grund veranstaltet der Markt Mitwitz dieses Jahr keinen Weihnachtsmarkt", heißt es in einer Mitteilung.