Bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend machte Zweiter Bürgermeister Michael Hofmann klar: "Kinderbetreuung ist und bleibt eine ständige Aufgabe für die Gemeinde." Die Leiterin der gemeindlichen Kindertagesstätte "Oase", Carina Kürsten, und Kirsten Wiersig, die Leiterin der Nachmittagsbetreuung, waren bei der Sitzung anwesend. Kürsten sagte, sie rechne mittelfristig mit einer weiteren Kindergartengruppe.

Fünf Kinder gehen wohl leer aus

Wegen der Corona-Pandemie hatte die "Oase" ihren Betrieb am 23. März nahezu vollständig eingestellt. Lediglich zwei Kinder seien noch in Notbetreuung gewesen, so Carina Kürsten. "Mittlerweile sind so gut wie alle wieder da", erklärte die Leiterin. Bis Juli sollen sämtliche Kinder die Einrichtung wieder besuchen. Aktuell gehen 26 Kinder in die "Oase". Daran werde sich auch im kommenden Kindergartenjahr nicht viel ändern, sagte Kürsten. Sie gehe von einem Kind weniger aus. Voll besetzt würden die beiden Krippengruppen mit jeweils zwölf Kindern bleiben. Nach jetzigem Stand würden 2021 fünf Kinder keinen Platz im Kindergarten bekommen. Nachdem diese dann aber erst drei Jahre alt seien, könnten sie ein weiteres Jahr in der Krippe verbringen, was eine neue Kindergartengruppe unnötig mache.

Für den September 2022 prognostizierte Kürsten: "Eine neue Gruppe bietet sich an." Denn ab dann seien mindestens acht Kinder mehr zu betreuen. Inwiefern die Gemeinde in diesem Zusammenhang in Räume und Personal investieren muss, blieb am Montag noch offen. Zuletzt wurde im August 2019 Platz für eine neue Gruppe geschaffen. Bei Gesamtkosten von rund 220 000 Euro verblieben für die Gemeinde nach Abzug der staatlichen Förderung etwa 100 000 Euro.

Bündelung der Einrichtungen

Viel getan habe sich zuletzt bei der Nachmittagsbetreuung. Von etwa 100 Schulkindern nutzten rund 70 die Nachmittagsbetreuung, berichtete Kirsten Wiersig. Zeitweise hat die Gemeinde überlegt, einen Kinderhort zu bauen. Doch die Kosten wären zu hoch gewesen. Und außerdem hätte die Nachmittagsbetreuung dann nicht mehr in der Schule stattgefunden. Aber wesentlich für das Weidhäuser Konzepts Bildungshaus ist die Bündelung der Einrichtungen in den Schulgebäuden - auch die "Oase" ist dort untergebracht. Zuletzt hat die Gemeinde mit nur 12 000 Euro der Nachmittagsbetreuung neue Möglichkeiten eröffnet. Mit überschaubarem Aufwand wurden neue Räume in der Schule geschaffen.

Es gibt die Räume für die Kinder, es gibt ein Betreuungs- und Bildungskonzept in der Gemeinde, aber es fehlt an Personal. Darauf wies Kirsten Wiersig hin: "Wir haben viel Platz in der Schule, aber zu wenig Fachkräfte." Sie wünschte sich, dass bald zumindest eine weitere Stelle geschaffen werde. Den Ausbau der Nachmittagsbetreuung nannte der Zweite Bürgermeister "eine Grundsatzentscheidung der Gemeinde". Und dann kam das Aber: Im diesjährigen Haushalt sei kein Posten für eine weitere Stelle vorgesehen. Grundsätzlich möglich sei jedoch, die Stelle als entsprechenden Ausgabenposten außerplanmäßig zu schaffen, machte Hofmann Hoffnung.

Finanziell steht die Gemeinde nach den Worten von Kämmerer Christoph Hohlweg gar nicht so schlecht da. Ende 2019 habe die Rücklage rund 750 000 Euro betragen. Seit Jahren habe die Gemeinde auf die Neuaufnahme von Krediten verzichten können. Im vergangenen Jahr sei der Schuldenstand von circa 1,84 auf rund 1,6 Millionen Euro gesunken. "Die Pro-Kopf-Verschuldung in Weidhausen liegt weit unter dem Landesdurchschnitt", bilanzierte der Kämmerer.