Der Bundestagswahlkampf befindet sich auf der Zielgeraden. Auch in Coburg lassen sich die Parteien immer mehr einfallen, um - außer mit Themen - bei potenziellen Wählerinnen und Wählern zu punkten. Auffallend oft spielen dabei auch kulinarische Werbeartikel beziehungsweise Aufmerksamkeiten eine Rolle.

Aber der Reihe nach. In Coburg bekam am Samstag die "rote" Ramona Brehm ausgerechnet Unterstützung von den "Schwarzen". Nun, es waren natürlich keine CSUler, die für die SPD-Direktkandidatin an deren Infostand die Werbetrommel rührten, sondern (schwarze) Kaminkehrer. Die Wahlkampf-Hilfe wollten sie nicht parteipolitisch verstanden wissen, sondern persönlich und "unter Kollegen". So tritt die Schornsteinfegergesellin Ramona Brehm bekanntlich auch dafür an, die niedrige "Handwerker-Quote" im Bundestag zu erhöhen. In NRW, so berichtet sie, würden viele Kaminkehrer ebenso für einen Kollegen ihrer Zunft werben, der für die CDU antritt.

Als kleine Aufmerksamkeit wurden bei der SPD am Samstag übrigens Glückskekse verteilt. Bei denen kommt es ja vor allem auf den im Teig versteckten Weisheitsspruch an. Trotzdem bleibt augenzwinkernd festzustellen: Die CSU hatte am Samstag deutlich mehr "gebacken" bekommen. Sie verteilte Gutscheine für Zwiebelkuchen.

Ohnehin spielt Essen auf der Wahlkampf-Zielgeraden eine große Rolle. So möchte sich CSU-Direktkandidat Jonas Geissler unter dem Motto "Grill den Geissler" gerne zu privaten Partys einladen lassen. Sein Angebot: "Du grillst, Ich bring das Bier mit!"

Eine andere Aktion der CSU hatte jüngst für Ärger gesorgt. Alle Hintergründe dazu gibt's hier

Ungeachtet dessen steuert der Wahlkampf im Bundestagswahlkreis Coburg/Kronach seinem Höhepunkt entgegen. Bei "Auf den Punkt - der Regionentalk der Sparkasse Coburg-Lichtenfels" treffen am Mittwoch, 15. September, die sieben Direktkandidaten der etablierten Parteien aufeinander. Die Veranstaltung ist ausverkauft, wird aber ab 19 Uhr live im Internet https://youtu.be/vTM7hHZE6Qo übertragen.

Die Wahl im Bundestagswahlkreis Coburg/Kronach ist auch deshalb so spannend, weil der bisherige direkt gewählte Abgeordnete Hans Michelbach (CSU) nicht mehr antritt. Um seine Nachfolge bewerben sich insgesamt zwölf Direktkandidaten. Sieben gehören Parteien oder Gruppierungen an, die bereits in Land- und/oder Bundestag vertreten sind. Die weiteren Bewerber um die Erststimme sind: Tristan Wolf (ÖDP), Andre Wächter (BP), Tim Ströhlein (Die Partei), Stefan Engel (MLPD), und Nicole Fredriksen (Die Basis).

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