Vertreter des chinesischen Mehrheitsgesellschafters werden nicht zum Festakt anlässlich des 100-jährigen Firmenbestehens von Waldrich Coburg anreisen. "Aus Termingründen wird eine Videobotschaft übermittelt und gezeigt", erklärt Waldrich-Pressesprecher Thomas Nagel. Mit dem in China grassierenden Coronavirus habe das nichts zu tun.

Am Montag 10. Februar, findet der Festakt im Europäischen Museum für Modernes Glas im Park von Schloss Rosenau statt. Das Museum, seit 2008 in einem Neubau untergebracht, ist vor allem dem Coburger Unternehmer und Mäzen Otto Waldrich zu verdanken.

Tägliche Lagebesprechung

Das Coronavirus bestimmt in der Volksrepublik China mittlerweile weite Teile des riesigen Landes. Obwohl das Risiko, sich hierzulande mit dem Virus zu infizieren, sehr gering ist, hat es auch Auswirkungen in anderen Teilen der Welt. Seit der Infektion von Mitarbeitern der Firma Webasto bei München ist das Coronavirus bei Firmen mit Geschäftsbeziehungen nach China und mit Niederlassungen in der Volksrepublik ein Thema. "Wir kommen jeden Tag zusammen und besprechen die Lage", sagt Waldrich-Personalchef Tilmann Meyer.

Waldrich habe zwei Standorte in Peking, "also ziemlich weit entfernt von Wuhan, wo das Virus stark verbreitet ist". Trotzdem nehme man im Hahnweg, dem Waldrich-Sitz in Coburg, die Sache ernst. Alle Mitarbeiter, die jetzt aus China nach Deutschland zurückkommen, bleiben nach den Worten von Tilmann Meyer 14 Tage zu Hause. Solange dauert die Inkubationszeit, gebe es eine Infektion mit dem Virus. Reisen nach Fernost finden zurzeit nicht statt.

Mitarbeiter bleiben drinnen

Vereinzelt bleiben Mitarbeiter bewusst in China in ihrer Unterkunft, "weil das Risiko, sich in einer Menschenmenge am Flughafen oder im Flugzeug den Virus zu holen, höher ist." Derweil steht das Unternehmen in Kontakt mit dem Gesundheitsamt in Coburg und verfolgt die Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin. "Die Gefahr, sich in Deutschland mit dem Coronavirus zu infizieren, ist wesentlich geringer, als durch das Grippevirus zu erkranken." Mit dieser Einschätzung stimmt der Waldrich-Personalleiter mit einer Coburger Hausärztin überein.

Auf der Homepage des RKI heißt es unter dem Datum vom 4. Februar, "die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China ist aktuell weiterhin gering. Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern. Eine frühzeitige Identifikation von Verdachtsfällen und das konsequente Management von Kontaktpersonen sind in dieser Phase des Geschehens essenziell, um eine Weiterverbreitung zu verhindern." cw