Am 22. Mai sollte die Gala "Effect's and more" in der HUK-Arena stattfinden. Sängerin Sarah Lombardi war für den Tag bereits gebucht. Auch Gastauftritte des Tanzsportvereins aus Helmbrechts, einer Hip-Hop-Gruppe aus Kempten, des Coburger Mohrs und einer Akrobatin waren geplant. "Wir mussten die Gala verlegen, der neue Termin ist der 2. April 2022", sagt Markus Wagner, Vorsitzender der Effect's. Sarah Lombardi hat für den neuen Termin bereits zugesagt, die Gespräche mit den anderen Gruppen laufen noch.

Die Veranstaltung abzusagen, kam nicht in Frage. Zu viel Zeit und Geld hatte der Tanzverein bereits investiert. "Wir und die eingeladenen Vereine hatten uns sehr auf die Gala gefreut. Die Tänzer brauchen etwas, auf das sie hinarbeiten können. Für Mannschaftssportler ist es schwer, so eine lange Zeit nur online zusammenzukommen", schildert Christina Niebelschütz, Vorstand Sport, die momentane Situation. "Wir hoffen, dass die Veranstaltung nächstes Jahr im ursprünglich geplanten Rahmen stattfinden kann - ohne Einschränkungen bei der Gästezahl und mit allen geplanten Mannschaften und Künstlern."

Hoffnung auf Saison im nächsten Jahr

Traditionell fand "Effect's and more" immer zum Abschluss der Turniersaison, eine Woche nach der Deutschen Meisterschaft, statt. "Wir hatten gehofft, dass die Lage sich bis Mai beruhigen würde, und hatten den Termin deshalb einige Wochen nach hinten verschoben", sagt Wagner. Als der Termin festgelegt wurde, war die Meisterschaft bereits abgesagt. "Noch haben wir Hoffnung, dass die kommende Turniersaison einigermaßen normal stattfinden kann."

Ursprünglich wollten die Effect's 2022 auch die Fränkische Meisterschaft ausrichten. "Das war zu einem Zeitpunkt, zu dem wir davon ausgegangen sind, dass die Saison normal stattfinden kann und wir unsere Gala machen können", berichtet Wagner. Zwei Großveranstaltungen kann der Verein in der Zeit nicht stemmen. "Wir haben die Fränkische Meisterschaft wieder zurückgegeben. Unsere eigene Veranstaltung ist uns wichtiger."

Für Abwechslung sorgen

Die ursprünglich für die Gala geplanten Choreografien werden sich bis zum neuen Termin verändern, sagt Niebelschütz: "Für die Mannschaften ist es langweilig, drei Jahre infolge dieselbe Choreo zu tanzen. Wir brauchen Veränderungen, um das Training weiterhin interessant zu gestalten." Aus diesem Grund stehen die Effect's auch im Austausch mit anderen Vereinen. Weil momentan ausschließlich online trainiert werden kann, sei es umso wichtiger, sich gegenseitig Tipps zu geben. "Wir sind kreativ und lassen uns viel einfallen, wie kleine Events oder Sondertrainings, dass die Kinder und Jugendlichen am Ball bleiben."

Beim Coburger Mohr ist die Lage ähnlich wie bei den Effect's. "Wir wären im Frühjahr 2022 mit der Ausrichtung der Süddeutschen Meisterschaft dran, die in Bayreuth stattfinden würde", sagt Schriftführerin Andrea Trommer. Ob die Veranstaltung stattfindet, hat der Bundesverband für karnevalistischen Tanzsport (BDK) noch nicht entschieden. "Wir hängen gerade mit der ganzen Veranstaltung in der Luft."

Mannschaften, die bei der Süddeutschen Meisterschaft tanzen, müssen im Vorfeld an Qualifikationsturnieren teilnehmen. "Die Turniere starten in der Regel im September oder Oktober, aber auch hier fehlt noch die Entscheidung des BDK", sagt Trommer. Sie hofft, dass der BDK zeitnah eine Entscheidung trifft, denn für die Buchung der Oberfrankenhalle in Bayreuth an beiden Wochenenden fällt eine fünfstellige Geldsumme an. "Je später wir stornieren, desto höher sind die Gebühren, die wir zahlen - noch haben wir ein paar Wochen Spielraum." Noch bestehe die Hoffnung, dass die Veranstaltung stattfinden kann.

Frankenmasters noch nicht abgesagt

Das Frankenmasters, das der Coburger Mohr jedes Jahr zu Beginn der Saison veranstaltet, wäre im November. "In diesem Jahr wird unser Verein 33. Deshalb wollten wir eine schöne Jubiläumsfeier vorbereiten", berichtet Trommer. Ob der Tanzverein die Veranstaltung im Kongresshaus ausgetragen kann, hängt von den bis dahin geltenden Bestimmungen ab. Die Kosten für die Miete des Kongresshauses bleiben unabhängig von der Anzahl der zugelassenen Besucher gleich. "Natürlich steht das Sportliche für uns im Vordergrund, sonst würden wir die Veranstaltung nicht ausrichten - aber für die Finanzierung unseres Sports sollte trotzdem etwas Geld übrig bleiben." Vor allem in Hinblick auf die steigenden Corona-Fallzahlen, schätzt Trommer, wird sich niemand zu einer frühzeitigen Aussage hinreißen lassen. "Nach wie vor macht es uns am meisten zu schaffen, dass wir nicht gemeinsam in der Turnhalle trainieren können. Man vermisst das Miteinander."