Eigentlich hatten es sich die beiden zum Ziel gesetzt, die gesamte Strecke über 150 Kilometer zu schaffen. "Der Kopf beziehungsweise der Geist war willig, aber wenn dann der Körper nicht will, sollte man vernünftig sein", teilte uns Markus Süße am Sonntag mit. Bei ihm sei eine alte Knieverletzung wieder aufgebrochen. Aber, kleiner Trost: Dank einer Regeländerung, die auch eine sogenannte Kurzdistanz von eben jenen 71 Kilometern vorsieht, dürfen sich Markus Süße und Julian Popp dennoch ganz offiziell als "Finisher" dieses vielleicht härtesten Laufs der Welt bezeichnen.

Stets über 35 Grad

In den vergangenen Jahren hat Markus Süße bereits dreimal die volle Distanz auf Boa Vista geschafft. Doch diesmal sollte es nicht sein: "Wir haben uns gequält", berichtet er. Und: "Es war dieses Jahr der heißeste Lauf, den ich hier je mitgemacht habe.
Über 35 Grad! So viele Läufer lagen noch nie am Rand und waren dehydriert. Alle waren platt. Der tiefe Sand, die Sonne von oben, die Reflektion der Vulkansteine - es war heftig! Aber es war auch traumhaft schön. Die Emotionen, die Eindrücke kann uns keiner nehmen. "

Aber: "Wenn ich ehrlich bin, ärgere ich mich beziehungsweise wurmt es mich schon... doch manchmal ist die Vernunft mehr Wert als der Wille. Ich hoffe trotzdem, dass wir Spendengelder für die Kinder erlaufen können!"

Markus Süße und Julian Popp wollen nämlich mit Hilfe ihres Laufs auf Boa Vista auch wieder Spenden sammeln für die Fanconi-Anämie-Stiftung. Fanconi-Anämie ist eine seltene genetische Erkrankung, die in erster Linie zu fortschreitendem Knochenmarkversagen führt. Das beeinträchtigt die Blutbildung. Spendenkonto: 151 289 998 bei der Landessparkasse Hannover (BLZ 250   500   00) - Stichwort: "Boa Vista 2012".