Zweimal wurde der Wildpark Schloss Tambach innerhalb von nicht einmal drei Wochen überflutet. "Unseren Wildpark hat es erneut getroffen und dieses mal noch viel stärker", teilte Parkleiterin Annette Gräfin zu Ortenburg am Freitag mit und rief auf der Facebook-Seite des Parks zu einer gemeinsame Aufräumaktion auf. Der Beitrag wurde fast 2000 mal geteilt. Über 100 Menschen kamen am Samstagmorgen, um dabei zu helfen, den Park wieder begehbar zu machen.

Durch die Wassermassen kamen mehrere Tiere ums Leben. "Wir haben etliche Fische und auch ein junges Muntjak verendet aufgefunden. Für sie alle war die Gewalt des Wassers zu viel." Bei der Überschwemmung Ende Juni starben bereits ein junges Mufflon, ein junger Sikahirsch. Außerdem waren Bäume umgestürzt und eine weitere Brücke mitgerissen worden.

Helfer aus nah und fern

Die freiwilligen Helfer kamen nicht nur aus dem Coburger Land, sondern auch aus Weiden in der Oberpfalz und Bayreuth, sowie aus Haßfurt und Schweinfurt nach Tambach. Teilweise haben sich ganzeVereine an dieser Hilfsaktion beteiligt und brachten ihre Arbeitsgeräte, darunter Traktoren und Radlader, selbst mit. "Das zeigt die große Verbundenheit zu unserem Wildpark auch über die Grenzen des Landkreises hinaus", sagt Heinrich Graf zu Ortenburg erfreut.

Durch den Einsatz der Helfer konnte der Park bereits am Samstagnachmittag wieder für Besucher öffnen. Allerdings blieben einige Bereich gesperrt. "Bis alle Schäden komplett beseitigt sind, wofür dann unser eigenes Personal gefordert ist, werden noch sehr viele Wochen vergehen", sagt Annette Gräfin zu Ortenburg. Auch eine Lösung für die mitgerissene Brücke müsse noch gefunden werden. Besonders stark wurde das Wildkatzengehege in Mitleidenschaft gezogen

Bis zur Hüfte im Wasser

Die Tierpfleger leisteten am Freitag Schwerstarbeit, um ihre Schützlinge rechtzeitig aus den Käfigen und Volieren zu evakuieren. "Ich habe keinen Muskel mehr gespürt", berichtet ein Mitarbeiter des Bayerischen Jagdfalkenhofes von den Ereignissen. Fast bis zur Hüfte habe er im Wasser gestanden, als er seine Greifvögel in Sicherheit brachte.

Am Freitag kam in Tambach mehr Wasser vom Himmel als normalerweise im ganzen Monat Juli. "Wir haben 70 Liter Wasser auf den Quadratmeter gemessen", sagt Annette Gräfin zu Ortenburg. Sie und ihr Mann waren überwältigt davon, dass ihr Hilfeaufruf auf große Resonanz gestoßen ist. "Sensationell war die die heutige Unterstützung von Menschen, die uns teilweise mit schwerem Gerät unterstützt haben! Diese Anteilnahme aber auch die aller Spender und Paten erfüllt uns mit großer Dankbarkeit."

Bei den Aufräumarbeiten zeigte sich, dass in den kommenden Wochen noch viel Arbeit vor den Mitarbeitern des Wildparks liegt. Zum Teil müssen die Zäune nicht nur stabilisiert, sondern neu aufgebaut werden. "Manch einen Weg müssen wir noch einmal genauer anfassen, und die Bäume müssen auch noch aus dem Wildpark raus. Nach wie vor liegt ein großer Ahorn quer über dem Teich. Auch einige Tore haben gelitten und müssen repariert oder neu gebaut werden", zählt Annette Gräfin zu Ortenburg auf.