Sind die Veste Heldburg und das Museum trotzdem noch zu unbekannt? Das Burgenmuseum ist ja 2016 erst neu entstanden. Man muss den Sachen auch Zeit geben. Nach der Entstehung und Einrichtung ist vor allem wichtig, dass wir den Gästen auch erzählen, dass es das Burgenmuseum gibt. Kommunikation und Vermarktung sind jetzt sehr wichtig. Ich bin froh, dass es in der Region generell ein Marketingbudget gibt. Damit kann ich zwar keine internationalen Kampagnen fahren, aber dennoch ist es genug, um strukturiert und gezielte Akzente zu setzen.
Wo haben Sie noch Verbesserungspotenzial entdeckt? Ich glaube, es ist normal, dass man Arbeitsabläufe an seine eigenen Strukturen anpasst. Online-Marketing ist zum Beispiel mein Schwerpunkt, der in der nächsten Zeit auch verstärkt genutzt werden wird. Das ist mein persönlicher Einfluss. Online kann man sehr gezielt arbeiten und bestimmte Sachen einfach ein bisschen mehr fördern, wie zum Beispiel Veranstaltungen. Das ist ein Detail, das ich gefunden habe, das man in der Zukunft einfach optimieren muss.
Es gibt in der Region ja noch andere Organisationen, die den Tourismus weiter voranbringen wollen. Zum Beispiel der Verein Tourismusregion Coburg-Rennsteig. Kommt man sich da in die Quere? Nein. Ich muss sagen, das geht Hand in Hand. Wir sind ein Teil der Coburg-Rennsteig-Region mit relativ gefestigten Strukturen. Wir sind ein sehr guter Partner, weil wir die Manpower haben, um aktive Zuarbeit zu leisten. Nicht jede Region im Gebiet von Coburg-Rennsteig ist da so gut aufgestellt. Von daher hatten wir schon viele Meetings, verzahnen uns immer mehr und arbeiten auf Augenhöhe mit kompetenten Leuten. Das funktioniert super.
Sie arbeiten von Erfurt aus. Warum sitzen Sie nicht in der Geschäftsstelle in Ummerstadt? Unser Planungsbüro IPU sitzt in Erfurt und hier laufen neben der Initiative Rodachtal noch weitere Projekte. Wir betreuen mehrere Destinationen, vor allem im Bereich Regionalentwicklung. Die Initiative ist eines meiner Großprojekte. Ich bin daher relativ viel auf Terminen im Rodachtal unterwegs und treffe mich in der Geschäftsstelle Ummerstadt regelmäßig zum Austausch mit dem Kollegenteam, das vor Ort die Aktivitäten und Projekte betreut und umsetzt.
Wie würden Sie einem Touristen das Rodachtal in wenigen Sätzen schmackhaft machen? Das Rodachtal ist ideal für jemanden, der raus, aber trotzdem nicht weit fahren möchte. Es liegt absolut zentral in Deutschland, nahe an der Autobahn und trotzdem bekommt man vom Trubel nichts mit, weil man einfach mitten in der Natur ist. Dann sind da noch die Besonderheiten, die kulturell gewachsen sind: Die ganze Grenzgeschichte ist total interessant. Zum Beispiel, dass die Dörfer quasi über die Grenze hinweg trotzdem miteinander kommuniziert haben. Da gibt es so viele wahnsinnig spannende Geschichten zu erzählen.
Das Gespräch führte Jann Weckel.