Ein Schmuckstück war es wirklich nicht, das ehemalige Toilettenhäuschen neben dem Ausflugslokal auf dem Georgenberg. Das Areal auf dem Bad Rodacher Hausberg befindet sich im Besitz des gemeinnützigen Vereins Bad Rodach. Dessen Vorsitzender, Herbert Müller, sprach sogar von einem Schandfleck, der nicht mehr in das Ambiente des beliebten Ausflugslokals passt. "Nachdem die neue Pächterin, Claudia Lemm, und wir viel Geld und Zeit in die Aufwertung des Ausflugsziels gesteckt haben, passte das Gebäude einfach nicht mehr zum Georgenberg", sagte Müller.

Der Abriss war kein Thema

Ein Abriss kam nicht in Frage, da der Bau den Gastank und einen Abstellraum beherbergt. Für den gemeinnützigen Verein war nun guter Rat teuer. Schließlich kam man auf die Idee, die Wände mit einem Graffiti zu verzieren. In Manuela Schüller aus Rieth (Hellingen) fanden die Vereinsvertreter eine Künstlerin, die das Vorhaben in die Tat umsetzte. Dabei sollte es kein beliebiges Graffiti werden, sondern zum Georgenberg und der Kurstadt passen. Schnell kam man überein, dass das Ausflugslokal, der Nachtwächter und natürlich der Drache, den der Sage nach St. Georg auf dem Berg erstochen haben soll, verewigt werden müssen.

Bei der Abbildung des Ausflugslokals übersah die Künstlerin nicht, dass Claudia Lemm Tag und Nacht ein Licht in einem Fenster scheinen lässt, dass von vielen Bad Rodachern als liebevolle Geste wahrgenommen wird. In dem Wandgemälde fand sich auch dieses Detail wieder.

Müller erklärte, dass der Drache nicht als menschenfeindliches Wesen dargestellt wird, sondern als ein Fabelwesen, das darauf achtet, dass die Gäste des Georgenberges wohlbehalten wieder nach Hause kommen. "Der Nachtwächter sorgt mit seinem Licht dafür, dass die Menschen nicht vom Weg abkommen", erzählt Müller die Geschichte, die sich auf den Wänden wiederfindet.

Nachdem das Konzept festgestanden war, musste noch die Finanzierung gesichert werden. Hier stieß der Verein bei den Stadtwerken Bad Rodach auf offene Ohren und gewann diese als Sponsor.

Nach drei Tagen intensiver Arbeit schloss Manuela Schüller ihr Kunstwerk ab. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Aus dem tristen, unansehnlichen Gebäude wurde ein Hingucker, der das Areal optisch deutlich aufwertet. Vorbei sind die Aufwertungsmaßnahmen am Georgenberg damit aber noch nicht. In Kürze sollen noch Solarzellen installiert werden, um eine Ladestation für E-Bikes zu versorgen und Strom in das Lokal einzuspeisen. "Wir leisten neben einer umweltfreundlichen Gasheizung einen weiteren wichtigen Beitrag für Nachhaltigkeit", so Müller abschließend.