Schon vor Jahren waren die ersten aus Amerika da - Signalkrebse. Verschwunden sind sie seitdem nicht. Ihre Population ist mal größer, mal kleiner - aber eine Belastung sind sie immer noch.

"Obwohl das Problem mal größer war, kann man keine Entwarnung geben, die Signalkrebse kommen immer noch zu viel vor und verdrängen heimische Arten", bestätigt Michael Christ vom Fischereiverein Coburg. Auch in Bad Rodach hat sich die Situation in den Jahren nicht entspannt: "Es ist ganz schlimm, die sind überall. Selbst in den kleinen Bächen bei Großwalbur neben dem ehemaligen Brauhaus", sagt Siegfried Müller vom Angelverein Bad Rodach. Früher gab es mal groß angelegte Aktionen, um die Krebse zu befischen, aktuell finden diese aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt. "Heute ist es eher Individualbekämpfung", bestätigt auch Christ.

Vier Fischer fangen sie

In Bad Rodach haben vier Fischer die Berechtigung Reusen auszulegen, um die Krebse zu fangen. Zum Problem werden die Einwanderer nicht nur, weil sie potenzieller Überträger der Krebspest sind, sondern auch, weil sie andere heimische Arten, wie den Edelkrebs oder auch die Bachforelle, gefährden. "Bei uns gibt es sie zum Teil noch, die Bachforelle, aber gegen den Signalkrebs hat sie kaum eine Chance, weil der den Laich praktisch verschlingt", sagt Müller.

Mit Nudeln und Soße

Um die Population zumindest etwas in Schacht zu halten, landet der Signalkrebs auf dem Teller. "Allerdings braucht man da schon mehr als 20, 30 Stück, sonst wird man nicht satt", sagt Müller. Bei der Zubereitung kann man kreativ werden, doch es ist eine ganz schöne Arbeit. "Manche pulen sie vor dem kochen und essen sie mit Nudeln und Soße", sagt Müller. Eigentlich wären die Signalkrebse eine verlockende Idee für Gastronomen - regional gefangen und auch noch positiv für den Naturschutz. Doch obwohl Hans-Jürgen Fliedner und Gabriele Wessels bereits einige Gastronomen in der Region angeworben hatten, konnte sich der Signalkrebs nicht auf den Speisekarten in der Region etablieren.

Auch andere Arten haben sich in unserer Region schon breitgemacht.

Nilgans

Die anpassungsfähigen Vögel haben ein recht hohes aggressives Potential - besonders zur Brutzeit gehen sie auf andere Wasservögel los. Sie werden zu bestimmten Jahreszeiten gejagt, um den Bestand im Rahmen zu halten.

Marderhund

Die Marderhunde, auch Waschbärhunde genannt, kommen ursprünglich aus dem östlichen Sibirien, vermehren sich aber schon seit Jahrzehnten in Europa. Sie vermehren sich schnell und sind Allesfresser: Vogeleier, Mäuse, Frösche - kaum etwas ist vor ihnen sicher.

Nutria

Auch Biberratte genannt - stammt aus Südamerika. Die Bestände haben sich in Deutschland in zehn Jahren verdoppelt. Sie können als am Wasser lebende Tiere Schäden an Deichen verursachen. Ihr Fleisch gilt als sehr Schmackhaft.

Riesenbärenklau

Vorsicht! Die aus dem Kaukasus stammende Pflanze kann nach Hautkontakt üble Entzündungen hervorrufen. Die können in schlimmen Fällen Verbrennungen ersten oder zweiten Grafes verursachen.