Ein bisschen Wehmut schwingt mit, wenn Sonja Alfrink über Coburgs lange Ball-Tradition spricht. Ball paré, Ball der Köche, Silvesterball, Polizeiball. Bis auf letzteren gibt es nämlich keinen echten Gala-Ball mehr in der Vestestadt. Mit ihrem Mann besucht sie deshalb gerne die Abschlussbälle der Tanzschule Weinberg oder fährt auch schon mal zum Opernball nach Nürnberg. "Es wäre so schade, wenn diese Kultur verloren geht!", sagt sie.


Eine Herzensangelegenheit

Es war ihr also eine echte Herzensangelegenheit, einen Gala-Ball für Coburg zu organisieren - noch dazu, weil sie damit der Stiftung Lebensraum, der sie angehört, den gebührenden Rahmen gibt, die Einweihung des langersehnten Hospizhauses für Coburg zu feiern. Und so findet am Samstag, 5. Mai, der Gala-Ball "Coburg tanzt" zugunsten des Coburger Hospizes statt.
Über ein Jahr laufen jetzt schon die Vorbereitungen dafür. "Doch es lohnt sich, macht viel Spaß und die Resonanz ist bezaubernd", sagt Sonja Alfrink. Zusammen mit Helga Schadeberg vom Verein Lebensraum und der Grafikerin Steffi Emmer wird aus der leidenschaftlichen Idee Coburgs 1. Charity-Ball für das Hospiz. Und die Organisatorinnen hoffen ganz fest, dass es nicht der letzte sein wird.


Personalkosten mit tragen

Im Mittelpunkt des Abends soll der gute Zwecke stehen. "Wir tanzen, genießen hochkarätige Show Acts und unterstützen gleichzeitig den Betrieb des Coburger Hospizes", heißt es im Programm. Denn, so ergänzt Helga Schadeberg, "wir benötigen auch nach der baulichen Fertigstellung weiterhin Gelder, um die Personalkosten zu unterstützen. Wir wollen, dass die Menschen, die im Hospiz arbeiten gut dafür entlohnt werden."
Natürlich sei es anfangs ein finanzielles Risiko gewesen, einen Gala-Ball auf die Beine zu stellen. Schließlich stehen am Anfang enorme Kosten für die Miete des Kongresshauses, die Künstler und das Marketing. Doch gemeinsam mit dem Verein wagte die Stiftung das Projekt. Mittlerweile läuft der Vorverkauf sehr gut. Über die Hälfte der Plätze sind schon verkauft.
Mit der Bigband "Michael Holz" werden 17 Vollblutmusiker auf der Bühne stehen und ganz im Stil von Hugo Strasser aufspielen. Comedian Gernot Frischling und zwei Tanzpaare der absoluten Spitzenklasse bieten feinste Unterhaltung, versprechen die Macherinnen. Ab 23 Uhr legt RadioEins auf und lädt zur Disco ein.


Festlicher Dresscode

"Etwas Magenschmerzen hatten wir ja, als zwischenzeitlich das Catering in Frage gestellt war. Doch jetzt sind wir sehr froh, dass Tina Raab von der Künstlerklause die Bewirtung übernommen hat", sagt Sonja Alfrink.
Und dann erzählt die Organisatorin noch von kleinen Irritationen, die Formulierung "Schwarz-Weiß-Ball" im Programmheft ausgelöst hat. "Die Leute fragen uns, ob man da nur schwarz-weiß tragen darf." Dem ist natürlich nicht so. Ein Schwarz-Weiß-Ball ist ein Ball in Abendkleidung. Und die Farben beziehen sich eher auf die Männer. Die Frauen können selbstverständlich auch in farbigen Kleidern kommen. "Wir haben den Dresscode noch etwas gelockert", sagt Sonja Alfrink lächelnd. "Und lange darüber diskutiert!" Jetzt heißt es zum Dresscode: "Herren kleiden sich für den ball angemessen in Smoking oder dunklem Anzug mit passender Fliege oder Krawatte. Damen strahlen in mindestens knielanger Ballrobe,Abendkleid oder festlichem Hosenanzug."


Wo gibt's Karten?
Karten
für den Chartiy-Ball am 5. Mai, ab 20 Uhr, gibt's in der Tanzschule Weinberg. Die Preise belaufen sich - je nach Kategorie des Tisches - zwischen 20 und 80 Euro.

Der Reinerlös aus dem Ball geht an ds stationäre Hospiz Coburg, das voraussichtlich im Juni nach zwölf Jahren Planungs- und Bauphase eröffnet wird. Es gibt dort acht Plätze und vier Zimmer für Angehörige.