Die Allianz-Arena darf am Mittwochabend (23.06.2021) nicht in Regenbogen-Farben erstrahlen. Diese Entscheidung der Uefa stößt zwar einerseits auf viel Unverständnis - andererseits setzt sie aber auch eine bemerkenswerte Reihe von Reaktionen in Gang. 

So haben beispielsweise der 1. FC Nürnberg oder auch Eintracht Frankfurt angekündigt, sozusagen stellvertretend eben ihre Fußballstadien entsprechend zu beleuchten. Auch einige Unternehmen und Institutionen änderten ihre Farben in den sozialen Medien.

EM 2021: Stadthaus Coburg leuchtet in Regenbogen-Farben für Vielfalt und Toleranz

Und auch die Stadt Coburg möchte ein Zeichen setzen. Um 21 Uhr, wenn in München das EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn angepfiffen wird, soll das historische Stadthaus am Coburger Marktplatz in Regenbogen-Farben bis ungefähr 24 Uhr erstrahlen.

Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) erklärt dazu in einer Pressemitteilung: "Es ist schade, dass sich die Uefa nicht durchringen konnte, die Allianz-Arena in den Regenbogen-Farben beleuchten zu lassen. Coburg feiert die Vielfalt und Toleranz. Deshalb habe ich angeordnet, das Stadthaus bunt anstrahlen zu lassen. Wertschätzung, Respekt und - allem voran - die Wahrung der Menschenrechte sind essentiell für unsere Stadt."

Auch in München sollen zumindest am Rathaus die bunten Fahnen wehen. Sechs zehn Meter lange Regenbogenflaggen hängen nach einem Stadtratsbeschluss vom Mittwoch an den Fahnenmasten im vierten Stock. In der Resolution heißt es, die Aktion solle ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit der LGBTQIA-Community in Ungarn sein, die unter der aktuell verschärften homo- und transphoben Gesetzgebung der ungarischen Regierung leide.

Regenbogenfahne als Symbol für Gleichberechtigung - Aktionen in München geplant

Die Regenbogenfahne steht als Symbol für die Akzeptanz und Gleichberechtigung von Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

Vor der Partie soll es in der Landeshauptstadt und vor der Arena Aktionen etwa von CSD München und Amnesty International geben. Hintergrund des geplanten Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt und in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Orban.

Kommentar zum Thema: EM ohne Regenbogen - zu Menschenrechten kann es keine neutrale Haltung geben