"Wann werden Kerstin P. endlich die Waffen abgenommen? " So lautete am Freitag (25. Februar 2022) eine Schlagzeile im Coburger Tageblatt. Denn bei besagter Kerstin P. handelt es sich um eine sogenannte Reichsbürgerin, die zuletzt vor allem deshalb für Aufregung gesorgt hatte, weil sie in der Waldorfschule in Coburg ein großes Treffen von Reichsbürgern aus ganz Deutschland organisiert hatte. Und bei den Waffen, die sie ihr Eigen nennt, handelt es sich unter anderem um einen schweren Revolver vom Typ "44 Magnum".

Am Freitag um exakt 11.49 Uhr verschickte dann die Stadt Coburg eine kurze Mitteilung: "Das Ordnungsamt kann im Zuge des laufenden waffenrechtlichen Verfahrens bezüglich einer in Coburg lebenden Reichsbürgerin mitteilen, dass die Waffen mittlerweile sicher bei der Waffenbehörde verwahrt werden."

Stadt Coburg teilt mit: Ordnungsamt nimmt Reichsbürgerin Revolver ab

Hintergrund: Wer einen entsprechenden Waffenschein besitzt, darf auch einen schweren Revolver besitzen. Doch wenn eine Person als "unzuverlässig" eingestuft werden muss, kann ihr die Waffe entzogen werden. An dieser Stelle kommt der Fall von Georgensgmünd ins Spiel: Dort hatte im Oktober 2016 ein Reichsbürger tödliche Schüsse auf einen Polizisten abgegeben. Seitdem werden sogenannte Reichsbürger grundsätzlich als unzuverlässig eingestuft.

Auch bei der für Kerstin P. zuständigen Waffenbehörde, dem Ordnungsamt der Stadt Coburg, schrillten jetzt die Alarmglocken. Ein waffenrechtliches Verfahren gegen Kerstin P. wurde eingeleitet - und am Freitag zu einem vorläufigen Ende gebracht.