Tokio/CoburgTolle Tage in Tokio. Für die beiden Coburger Kevin Krawietz und Cedric Teuchert lief Olympia am Wochenende nach Plan. Der Tennisprofi aus Witzmannsberg zog mit einer bärenstarken Leistung in die zweite Runde des Doppel-Wettbewerbes ein und der Fußballprofi aus der Vestestadt ist nach dem 3:2-Sieg im zweiten Vorrundenspiel gegen Saudi-Arabien mit dem DFB-Olympia-Team zurück in der Erfolgsspur. Teuchert spielte erstmals von Beginn an und bereitete gleich den 1:0-Führungstreffer mit einem geschickten Direktpass vor. In der Nacht zum Montag bestritt Krawietz bereits sein Zweit-Runden-Spiel, das bei Redaktionsschluss noch nicht begonnen hatte.

Unvergesslich war für den 29-jährigen Krawietz und Teuchert (25) vor allem auch die beeindruckende Eröffnungsfeier am Freitagabend im Olympiastadion von Tokio. Dort trafen sich die Oberfranken wie vereinbart erstmals in Japan und schickten unserer Zeitung auch ein Erinnerungs-Selfie. Ob sich die beiden Sportler während der Spiele noch einmal begegnen, hängt entscheidend vom Abschneiden der Fußballer ab, die derzeit noch in Yokohama Quartier bezogen haben und frühestens während der K.o.-Runde ins olympische Dorf einziehen würden. Dort, wo Kevin Krawietz bereits seit Beginn der Wettkämpfe in einer sechsköpfigen Männer-WG ein Apartment belegt hat und sich mit fünf anderen deutschen Tennisprofis in Ruhe auf seine Matches vorbereitet.

Klarer Sieg in 60 Minuten

Für den Coburger und seinen Frankfurter Partner Tim Pütz lief das Erstrunden-Duell nach Plan. Das Duo gewann am Samstag gegen die Argentinier Facundo Bagnis und Diego Schwartzman souverän mit 6:2, 6:1 und benötigte für den Zweitrunden-Einzug gerade einmal eine Stunde. Einen Tag nach ihrem Besuch der Eröffnungsfeier hinterließ das deutsche Duo dabei einen starken Eindruck auf dem schnellen Hartplatz. Platzierte Aufschläge, sichere Volleys und messerscharfe Returns - das deutsche Duo - immerhin Nummer 15 (Krawietz) und Nummer 40 (Pütz) der Doppel-Weltrangliste - harmonierte hervorragend. Nach exakt einer Stunde Spielzeit verwandelten sie gleich ihren ersten Matchball.

Hohe Hürde in Runde 2

"Wir sind beide super-happy, wie es gelaufen ist, wie wir das gemacht haben. Und über das Niveau, das wir hier abrufen konnten", meinte Pütz. In der zweiten Runde bekamen es "Krütz" allerdings mit deutlich stärkeren Gegnern zu tun. In der Nacht auf Montag spielten sie ab 4 Uhr (MESZ) gegen die Briten Andy Murray und Joe Salisbury. Salisbury ist ein erfahrener Doppelspieler, steht derzeit in der Weltrangliste auf Position 10 und der zweifache Einzel-Olympiasieger Andy Murray belegt Position 105 im Ranking. Die Engländer besiegten bereits in der ersten Runde überraschend das an Nummer 2 in Tokio gesetzte französische Favoritenduo Pierre-Hugues Herbert und Nicolas Mahut klar in zwei Sätzen (6:3, 6:2). Der Sieger des Zweit-Runden-Spiels zog heute früh ins Viertelfinale ein und gilt in der unteren Hälfte des Turnierbaumes jetzt als Favorit auf den Einzug ins Finale.

"Adler" auf die Brust gebügelt

Dass die deutschen Tennisprofis in Tokio derzeit tatsächlich jede Menge Spaß haben, so wie es Kevin Krawietz in unserer Olympia-Kolumne "Advantage Krawietz" immer wieder betont, belegen zahlreiche Videos auf Instagram, die Krawietz gepostet hat. Dabei sind lange, mühevolle und vor allem erfolglose Versuche dokumentiert, wie die Tennis-cracks das Logo der deutschen Olympia-Athleten aufbügeln wollen.

Selbst ist der Mann, dachten sich Krawietz, Koepfer, Pütz, Kohlschreiber, Zverev und Struff in ihrer WG und griffen nämlich entschlossen zum Bügeleisen. Schließlich mussten die T-Shirts mit dem Adler auf der Brust versehen werden. "Es war ein holpriger Anfang", gab Pütz gegenüber der Deutschen Presseagentur zu Protokoll. "Wir hatten ein, zwei Probehemden - ich glaube, das waren die, die der Kevin gefilmt hat."

Doch nach Anlaufproblemen ging alles "flüssig", wie Krawietz versicherte. Lediglich sein Zimmerkollege Dominik Koepfer müsse in Tokio in einem Shirt spielen, auf dem der Adler "ein bisschen krumm" sei. "Ich glaube, wir haben jetzt die besten Bundesadler von allen Mannschaften", scherzte Pütz bei der ARD.