Wimbledon bleibt für den Witzmannsberger Tennisprofi Kevin Krawietz zumindest im Seniorenbereich (Turniersieg bei den Junioren 2019) kein gutes Pflaster. Der 29-Jährige und sein Doppelpartner Horia Tecau (Rumänien) mussten am Freitagabend um kurz vor 18 Uhr Ortszeit den "heiligen Rasen" auf Platz 17 als Verlierer verlassen. Die an Position 9 gesetzte Paarung unterlag Casper Ruud (Norwegen) und Andre Goransson (Schweden) mit 4:6, 6:7 (4:7) nach 86 Minuten Spielzeit. "Kracau" gewannen nur 26 Prozent der Returnpunkte - zu wenig um die stark aufspielenden Nordeuropäer an diesem Tag zu knacken.

Auf wen Ruud und Goransson in Runde 3 treffen, steht noch nicht fest. Für den 22-jährigen Ruud, einer der aufstrebenden Stars im Einzel (Weltrangliste: Position 14), dürfte der unverhoffte Erfolg im Doppel zumindest ein kleiner Trost für die enttäuschende Einzel-Pleite gegen den australischen Außenseiter Jordan Thompson vor zwei Tagen sein.

Ganz vorbei ist Wimbledon 2021 auch für Kevin Krawietz noch nicht. Der Witzmannsberger wird im Mixed-Wettbewerb mit der 45-jährigen Tschechin Kveta Peschke (Doppel-Weltrangliste: Position 19) an den Start gehen. In der ersten Runde hatten beide ein Freilos, ihr Zweitrunden-Gegner steht noch nicht fest.

1. Satz

Nachdem Krawietz und Tecau ihren Gegnern am Vortag nicht einmal eine Breakmöglichkeit gestattet hatten, ging ihr Zweitrundenmatch ganz anders los. Der Franke und der Rumäne waren geistig noch gar nicht auf dem Platz, als sie ihr erstes Service zu 0 abgeben mussten. Und diesem schnellen Break rannten sie dem kompletten Satz - letztlich erfolglos - hinterher.

Die einzige eigene Breakmöglichkeit ließen "Kracau" im sechsten Spiel liegen. Beim Stand von 4:5 aus Sicht von Krawietz/Tecau schien sich das Blatt aber möglicherweise doch noch zu wenden. Doch nach einem 0:30 behielten Goransson und Ruud mit vier Punkten in Serie die Nerven. Nach 32 Minuten stand der erste Satzverlust von Krawietz/Tecau fest. Dass die Nordeuropäer, die bei Wimbledon zum ersten Mal gemeinsam aufschlagen, prompt so gut auf dem Court harmonieren, dürfte nicht nur ihre Gegner überrascht haben.

2. Satz

Doch Tecau und Krawietz haben beide zu viel Doppel-Erfahrung, um sich von einem etwas unglücklichen Satz aus der Bahn werfen zu lassen. Konzentriert gingen sie ihre Aufschlagsspiele an und ließen zunächst nichts anbrennen. Ruud/Goransson hatten mehr Mühe bei ihrem Service, fanden aber nach zweimal Einstand jeweils die richtige Antwort. Eine Konstanz in ihre Returns bekamen Krawietz und Tecau während der ganzen Partie nicht hin.

Und die verzweifelte Jagd nach einem Break verunsicherten den Deutschen und den Rumänen dann wohl auch bei den eigenen Aufschlagspielen. Goransson und Ruud erarbeiteten sich beim Stand von 3:3 und 4:4 jeweils eine Breakmöglichkeit und hatten die Vorentscheidung auf dem Schläger - doch "Kracau" blieben standfest. Keine Schwäche leisteten sich ihre Kontrahenten, die nach einer Dreiviertelstunde Spielzeit im zweiten Satz mit einem perfekten Service den Tiebreak erzwangen.

In diesen startete die deutsch-rumänische Kombi mit einem Minibreak verheißungsvoll, doch Ruud/Goransson hatten an diesem Tag immer eine Antwort parat und zwangen Krawietz/Tecau zu Fehlern. Über ein 3:3 zogen die Außenseiter davon und nutzten ihren ersten Matchball zum 7:4 und Zwei-Satz-Sieg.