Gleich zwei mal stand der Weickenbacher Martin Eckardt auf dem obersten Treppchen, als zum Abschluss der 6. Klassik Enduro Trophy in der Domänenhalle die Pokale vergeben wurden. Der während der laufenden Saison für den ADAC Ortsclub bereits mehrfache erfolgreiche Lokalmatador fuhr mit seiner KTM GS in der Klasse 50 ccm den ersten Wertungsplatz.
Einen weiteren Pokal sicherte sich der Rand-Sonnefelder mit dem erstplatzierten Team Enduro Senioren Deutschland 1. Den Pokal des Tagessiegers entführte Richard Minderlein auf KTM GS 250 nach Thalmässing an den Rand des Altmühltals.
Mit knapp 200 Teilnehmern - zehn davon für die Farben des Veranstalters - registrierten die Organisatoren des AMC Hohe Aßlitz Sonnefeld und Umgebung im Vergleich zur letzten Klassikveranstaltung einer Steigerung um rund 25 Prozent.
Das führte Vorsitzender Roland Werner auf steigende Begeisterung für den Endurosport und den guten Ruf zurück, den
der Ortsclub bundesweit genießt. Bereits im Jahr vor der 1955 unter dem Dach des ADAC erfolgten Clubgründung richteten Motorsportbegeisterte unter dem Arbeitstitel "Rund um die hohe Aßlitz" die vom Start weg erfolgreiche Zweiradrallye aus. Seit dem stehen Rallye und Klassiktrophy für zwei und drei Räder jährlich wechselnd fest im Terminkalender.
Als "eines der schönsten Fahrerlager Deutschlands" der inzwischen historischen Veranstaltung lobte Bürgermeister Michael Keilich die Umgebung des motorsportlichen Höhepunktes durch das Coburger Hügelland.
Der bewährte Treffpunkt auf der Domänenwiese im Ortszentrum soll auch nach Abschluss der Bauarbeiten an der Domänenhalle erhalten bleiben. "Beachtliche Motorsporterfolge tragen den guten Ruf Sonnefelds weit über die Grenzen des Coburger Landes" fügte er lobend an. Nicht zuletzt würdigte das Gemeindeoberhaupt die intensive Jugendarbeit des Ortsclubs als Beitrag für das Angebot sinnvoller und attraktiver Freizeitbeschäftigung im gestärkten Verantwortungsbewusstsein der Allgemeinheit.
Bei nur fünf startenden Damen gestaltete sich die sechste derartige Veranstaltung für Solo-Oldies und Gespanne zur eindeutigen Männerdomäne mit Teilnehmern aus der ganzen Republik. Von der Domänenwiese im Herzen Sonnefelds aus führte der 42 Kilometer Rundkurs durch mehrere Gemeindeteile.
Gespickt mit Steilauf- und Abfahrten, Sprunghügeln, kurvenreichen Streckenabschnitten, Wasserdurchfahrten sowie über Wald- und Flurwege. Im clubeigenen Übungsgelände am Ortsrand in Richtung Kronach waren in der "Marisfelder Schnecke" zwei Runden einer Wertungsprüfung über je zwei Kilometer zu absolvieren, bei der sich das neue Zeitnahmegerät bewährte. Ebenso erstmals lieferte eine über dem Gelände kreisende Drohne eindrucksvolle Bilder aus luftiger Höhe.
Selbst wenn die "Oldies" grundsätzlich vorsichtiger agieren als professionelle Endurofahrer, kamen die sich an zahlreichen interessanten Steckenabschnitten scharenden Zuschauer (sie bevorzugten Schattenplätze) auf ihre Kosten.
An der Durchgangskontrolle Zedersdorf versorgten Clubhelfer als Servicekräfte die Fahrer mit erfrischenden Getränken und stärkenden Häppchen.
Nach vorangegangenen Hochsommerwochen verhinderte ein nächtlicher Regenschauer die befürchtete Staubschlacht. Abgesehen von glitschigen Grasstücken in der ersten Runde war die von Fahrtleiter Bernhard Wittmann und seinem Team ausgelobte Streckenführung normal bis anspruchsvoll. Die Soloklasse über 125 bis 250 ccm bis Baujahr 1981 war mit 40 Teilnehmern überdurchschnittlich besetzt.
Mehrfach erforderten steile Kurvenabschnitte im Umgang mit Gas und Bremse besonders Aufmerksamkeit und zur Absicherung einen neben dem Pedal ausgestreckten Fuß. Oder gar den auf seiner Maschine stehenden Piloten.
Trotzdem kam es im Tagesverlauf zu mehreren glimpflich abgegangenen Stürzen. Besondere Schwierigkeiten wie schräge Spuren, ausgefahrene Seilstrecken und enge Baumflanken hatten die elf Gespanne zu meistern, von denen zehn die Ziellinie erreichten. Insgesamt mussten 27 Teilnehmer einen Ausfall hinnehmen.
Otto Möller versorgte als Stadionsprecher die Zuschauer im Herzen des Übungsgeländes über Lautsprecher mit aktuellen Informationen und Besonderheiten zu Maschinen ebenso, wie zum Fahrerfeld. Premiere hatte ein Elektromotorrad, auf dem sich eine KTM-Entwicklerin als Streckenmarschall bewährte.