Die Wege von Kevin Krawietz und seinem Interimspartner Horia Tecau führten in Rom nicht ins Endspiel des Master-Turniers. Der Witzmannsberger und der Rumäne mussten sich am Freitagnachmittag im Viertelfinale dem Australier John Peers (Doppel-Weltrangliste: Position 27) und Neuseeländer Michael Venus (15) knapp mit 6:7 (5:7), 5:7 geschlagen geben. Die Akteure aus Ozeanien revanchierten sich damit an "Kracau" für die glatte Viertelfinal-Niederlage in Barcelona vor drei Wochen. Bange werden muss Krawietz und seinen 36-jährigen Doppelpartner gut zwei Wochen vor dem Start der French Open aber nicht. Die beiden harmonierten in Italien auf Sand wieder sehr gut und stürmten ohne Satzverlust in das Viertelfinale, in dem sie Peers/Venus ebenbürtig waren, allerdings die Big-Points verpassten.

Ein Spiel (fast) ohne Breaks

Breaks, was sind das? Eine Frage, die man sich in diesem hart umkämpften Doppel-Viertelfinale stellen konnte. 23 Spiele in Folge hatten die Paarungen ihr Service durchgebracht, ehe "Kracau" ihren Aufschlag abgeben mussten und so den zweiten Satz sowie das Match verloren. Die Ozeanier hatten durchaus Schwierigkeiten mit der Genauigkeit ihres ersten Aufschlags, brachten nur 55 Prozent ihrer Versuche ins Feld ("Kracau": 69 Prozent).

Doch fanden die Bälle ihr Ziel, war für das deutsch-rumänische Duo bei den Returns wenig zu holen. Da Krawietz/Tecau aber ähnlich gut servierten, ergab sich erst im zehnten Spiel ein Breakball - zugleich ein Satzball. Diesen ließen Peers und Venus aber liegen. Im Tiebreak war dann auf beiden Seiten kurzzeitig kaum mehr etwas von den Aufschlagqualitäten zu sehen: sieben Mini-Breaks bei zwölf ausgespielten Punkten standen auf dem Tableau. "Kracau" hatten beim Stand von 4:6 den zweiten Satzball abgewehrt - den dritten schafften sie dann aber nicht mehr.

Im häufig so richtungsweisenden fünften Spiel hatten Krawietz und Tecau dann tatsächlich zwei Breakmöglichkeiten, ließen beide aber ungenutzt. So blieb auch der zweite Satz bis zum Schluss auf des Messers Schneide. Zur Dramaturgie passte es, dass beim Stand von 4:5 aus Sicht von "Kracau" Regen einsetzte. Das Match musste für einige Minuten unterbrochen werden, was dem Rhythmus der deutsch-rumänischen Paarung anscheinend nicht guttat. Nachdem sie ihr Service zum 5:5 noch durchgebracht hatten, mussten sie bei ihrem nächsten Aufschlagspiel das erste und einzige Break des Nachmittags hinnehmen. Nach knapp 100 Minuten war der Halbfinal-Einzug von Peers und Venus perfekt. Letzterer stand 2019 mit dem Südafrikaner Raven Klaasen bereits im Endspiel der Rom Masters. In diesem Jahr trifft er mit John Peers im Halbfinale auf die Kroaten Nikola Mektic und Mate Pavic.

Sieg gegen Briten im Achtelfinale

Am Vatertag hatten Krawietz und Tecau im Achtelfinale den ehemaligen Weltranglisten-Ersten im Einzel, Andy Murray, und seinen britischen Landsmann Liam Broady aus dem Turnier geworfen. Die deutsch-rumänische Kombination machte beim 6:3, 6:4 in nur 71 Minuten Spielzeit kurzen Prozess mit ihren Gegnern. "Kracau" servierten gnadenlos effizient, gewannen 91 Prozent (31 von 34) der Punkte bei ihren ersten Aufschlägen. Murray und Broady erspielten sich nur einen Breakball, den sie im ersten Satz prompt zum Re-Break (2:1) nutzten. Doch im achten Spiel gelang Krawietz/Tecau ihr zweites Break - der Satz war nach 34 Minuten eingetütet. Im zweiten Durchgang war die Dominanz von "Kracau" dann erdrückend. Bei eigenem Aufschlag gewann das Duo 20 von 21 Punkten - ein irrwitziger Wert.

Für den Viertelfinal-Einzug erspielten sich Krawietz und Tecau ein gemeinsames Preisgeld von rund 16 250 Euro. Das Siegerpaar darf sich dann über 50 000 Euro und 1000 Punkte für die Doppel-Weltrangliste freuen.