Dieser war mit Reporter Rolf Fuhrmann vom Bezahlfernsehen unterwegs, der offenbar wenig von der Kontaktaufnahme der TSV-Delegation hielt. "Der Fuhrmann war überhaupt nicht begeistert, aber Olaf Marschall hat sofort gesagt, für seine Fans hat er immer Zeit", berichtet Wedel stolz.
Gefahr auf Schalke
In all den Jahren gab es aber auch hin und wieder brenzlige Situationen, wie etwa im Herbst 2015 bei der Partie Schalke gegen Ingolstadt. Schuld daran waren ausgerechnet die Vereinsfarben der Schernecker. "Wir waren in Gelsenkirchen und hatten noch Karten abzugeben. Bestimmt hätten wir die auch losbekommen, aber unsere schwarz-gelben Vereinsanzüge kamen leider gar nicht gut an..."
Das Ticket-Problem
Dass Karten übrig blieben, sei aber eher eine Ausnahme, durchschnittlich 20 bis 30 Teilnehmer schließen sich Wedel und Siegel bei den Bundesliga-Fahrten an. Das größte Problem sei bei der Planung neben der späten Terminierung der Spiele das Besorgen von Tickets an sich. "Wir sind kein Fanclub und werden daher zweitrangig bei der Vergabe von Eintrittskarten behandelt", erklärt Siegel.
Das mache es nicht immer einfach, aber bisher haben wir es immer geschafft, genug Tickets für unsere Mitstreiter bereitzustellen. "Wir müssen teilweise alle Register ziehen und bei den Zuständigen immer wieder nachbohren", pflichtet ihm Wedel bei.
Nachdem die Schernecker mittlerweile bereits 18 Stadien bundesweit besucht hatten, mussten sich die Initiatoren gewissermaßen auch selbst neu erfinden. "Wir sind alle ehemalige Kicker, manche spielen auch noch. Deswegen wollten wir bei unserer nächsten Fahrt selbst mal sportlich aktiv werden", erklärt Siegel. "Nicht alle waren von der Idee, mit dem Fahrrad bis nach Nürnberg zu fahren, begeistert", führt Wedel fort.
Deswegen werde wie auch im Normalfall eine Busreise zum Spiel angeboten. Doch immerhin 13 Teilnehmer hätten sich gefunden, die die Reise auf dem Drahtesel nach Mittelfranken antreten wollen. "Insgesamt soll es gemütlich zugehen und auch die ein oder andere Pause im Biergarten ist vorgesehen", so Siegel.
Das erste Teilstück werde am Morgen des 10. Mai in Angriff genommen werden, bis zur geplanten Unterkunft in Serlbach bei Forchheim werden rund 68 Kilometer zurückgelegt. Nach Übernachtung und Frühstück sei am Spieltag selbst nochmal eine Strecke von 45 Kilometern geplant.
Alles in allem werde die Tour - meist entlang der Regnitz - gut zu bewältigen sein, die Altersspanne der "Radler" liege zwischen elf und 60 Jahren, so Siegel. Zudem muss sich keiner vor der Heimreise fürchten, denn nach dem Spiel gehe es mit Bus samt Fahrradanhänger zurück in die Heimat. Während der Radtour bestünde bei Zwischenfällen auch die Möglichkeit, sich abholen zu lassen. Daneben fahre mit Bernd Trommer vom Roten Kreuz auch ein Ersthelfer selbst mit. Die Verantwortlichen sehen sich also insgesamt gut vorbereitet.
St. Pauli und Union Berlin
Die beiden fußballverrückten Schernecker sind auch nach dem "Club"-Spiel längst nicht am Ende ihrer Reise. "Auch wenn sie momentan nicht in der Bundesliga spielen, aber St. Pauli und Union Berlin sind möglicherweise unsere nächsten Ziele", nennt Siegel mit gewisser Vorfreude die Zukunftspläne.