"Ich freue mich, dass nach mehr als 50 Jahre so viele ehemalige Landesliga-Spieler unserer Einladung gefolgt sind und unser Team beim Heimspiel-Debüt in der Landesliga Nordwest unterstützten. Das ist sicher einmalig in der Region, dass sich Alt und Jung bei so einem Anlass treffen".

Nostalgie trifft Aktualität

Markus Trampusch, einer von drei Initiatoren des "Ebersdorfer Landesliga-Legenden-Treffens" zog ein euphorisches Fazit nach dem Fußballfest am Samstag in Ebersdorf. Gemeinsam mit Lothar Stegner und Siggi Brückner hatte Trampusch im Vorfeld keine Mühen gescheut, um Nostalgie und Aktualität im Hügelstadion zu verbinden. Und das 46 Jahre nachdem die 1. Mannschaft des SC Sylvia Ebersdorf in der Saison 1974/75 das letzte Mal um Landesliga-Punkte kickte.

Gefürchtete "Wachsmann-Elf"

Die Gegner hießen damals nicht Geesdorf, Euerbach oder Gochsheim, sondern SpVgg Bayern Hof, VfB Helmbrechts oder auch FC Wipfeld und DJK Wülfershausen. Die Landesliga war damals die vierthöchste Spielklasse in den deutschen Ligen. Schon in den Sechziger Jahren gehörte Sylvia Ebersdorf sieben Jahre der Landesliga an und war weit über die Landkreisgrenzen hinaus als "Wachsmann-Elf" bestens bekannt und gefürchtet.

Die Landesliga-Ära in Ebersdorf begann in der Spielzeit 1963/64. Mit etwas Glück stieg die Sylvia als Tabellendritter der Bezirksliga auf, weil die davor platzierten Amateure des VfL Neustadt aufgrund ihrer noch höher spielenden 1. Mannschaft nicht aufstiegsberechtigt waren. In der vierthöchsten Liga spielte Ebersdorf eine hervorragende Rolle, und in der Folgesaison sicherte sich die Mannschaft sogar den Vizetitel in der Landesliga - ein unvergessener SC-Erfolg.

Zweiter Aufstieg unter Forkel

"Unsere Mannschaft war zu jener Zeit kampf- und spielstark. Es gab einige spannende Rivalenkämpfe, wie zum Beispiel gegen den VfB Coburg", sagt Trampusch, der viele Informationen aus den glorreiche Zeiten von seinem fußballbegeisterten Vater Wolfgang aus erster Hand erzählt bekommt. Die Derbys lockten früher bis zu 2000 Zuschauer an.

Nach dem unglücklichen Abstieg 1970 aus der Landesliga dauerte es bis 1974, bis die Rückkehr in die Landesliga gelang. Erfolgsgarant war damals Harry Forkel, der noch einmal die Trainingsleitung übernahm.

Diese Ex-Landesliga-Spieler waren dabei:

Klaus Backert, Karl Brechja, Oswald Brief, Otto Finsel, Hans Höfner, Karl Albrecht, Dieter Lindner, Klaus Lindner, Helmut Roth, Egon Rössler, Norbert Sauer, Eberhard Schneider, Lothar Stegner, Wolfgang Trampusch, Willy Koch, Lorenz Richter, Siegfried Brückner, Gerhard Dehler, Bernd Rosenbauer, Dieter Fiedler, Gerhard Kirchner

Ex-Vorstand Heinz Berger war aus gesundheitlichen Gründen verhindert

Stimmen von Sylvianern: "Wir haben früher viel härter gespielt - Mann gegen Mann" Siggi Brückner aus Ebersdorf: "Der Fußball ist schneller geworden und die Jungs sind besser durchtrainiert. Ob die Klasse besser ist, weiß ich nicht. Wir haben damals schließlich in der vierthöchsten Liga gespielt. Heute hätte das Spiel auch 5:5 ausgehen können, doch sie haben es über die Zeit gebracht. Nur das zählt."

Klaus Lindner aus Ebersdorf: "Ich habe die Mannschaft das letzte Mal vor vielen Jahren in Großgarnstadt gesehen, deshalb kann ich schwer einschätzen, wo sie am Ende der Landesliga-Saison landet. Das Niveau ist heutzutage schon allein aufgrund der besseren Platzverhältnisse besser. Da ist mehr möglich."

Dieter Lindner aus Fürth am Berg: "Früher ging nicht so viel quer und rückwärts, bei uns wurde in erster Linie nach vorne gespielt. Rückwärts und quer wurde nur gepasst, wenn es nicht mehr anders ging. Aber die sehen das ja heutzutage in der Bundesliga und spielen es dann eben nach. Zu unserer Zeit war das Spiel kampfbetonter, jetzt ist er technisch vielleicht etwas besser."

Albrecht Carl aus Redwitz: "Die Spielweise ist schneller, flexibler und effektiver geworden. Ich kann die Leistungsstärke der heutigen Truppe nur schwer beurteilen, weil ich die anderen Mannschaften in der Klasse nicht kenne. Ich hoffe aber, dass die Sylvia den Klassenerhalt schafft".

Helmuth Roth aus Burgkunstadt: "Wir haben früher viel härter gespielt, Mann gegen Mann. Da gab es nicht so viele freie Räume. Ich denke, dass die heutige Mannschaft am Ende im vorderen Drittel landet."