Coburg
Einzelkritik

HSC Coburg: Wenige Tops, viele Flops

Wer hat überzeugt? Wer hat enttäuscht? Wir haben die Spieler des HSC 2000 Coburg benotet.
Er war der herausragende Coburger in dieser Saison: Florian Billek
Er war der herausragende Coburger in dieser Saison: Florian Billek Foto: Uwe Gick
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Wenige Lichtblicke und eine große Enttäuschung: der sang- und klanglose Abstieg des HSC 2000 Coburg aus der Bundesliga schlägt sich in unseren Noten der Spieler wider.

Jan Kulhanek - Note: 4

Der Dauerbrenner strahlte auch in dieser Saison wieder viel Ruhe und Gelassenheit aus. Vielleicht zu viel, denn im Kasten hätte dem Team öfter ein "Vulkan" gut getan. Einer, der sich mal seine Vorderleute vorknöpft - doch das war, ist und wird nie die Mentalität des braven Tschechen. Für die 2. Liga der richtige Mann - seine Weiterverpflichtung eine kluge Entscheidung.

Konstantin Poltrum - Note: 3

Hatte einen überragender Start in die Saison. Doch zähe Vertragsverhandlungen wirkten leistungshemmend. Der "Siebenmeterkiller" (fast 30 Prozent) fand spät zurück in die Spur, verlässt aber erhobenen Hauptes die Vestestadt. Er kehrt mit Bietigheim nach Coburg zurück und wird sicher mit viel Applaus in der Arena von den Fans empfangen. Ein großer Verlust für den HSC.

Pouya Norouzinezhad - Note: 4

Erst als sein Abschied nach der Saison feststand zeigt Pouya das, was in ihm steckt: Dynamik, Spielwitz, Wurfvarianten. Rief sein Potential auch wegen einer Schulterverletzung zu spät ab und wurde seinem Ruf als "Unterschiedspieler" zu selten gerecht. In den letzten Saisonspielen einer der stärksten Coburger - und noch auf Vereinssuche.

Felix Sproß - Note: 4,5

Der Linksaußen zeigte enorme Schwächen - vor allem am eigenen Kreis. Seinen Stammplatz verlor er an den nachverpflichteten Grozdanic, Fasste danach nie mehr Fuß und erreichte trotz teilweise tollen Aktionen auch kein Erstliga-Niveau. Der Wechsel nach Schweden, wo Sproß auf Rückraum Mitte zeigen kann, was er tatsächlich drauf hat, wird ihm gut tun.

Dominic Kelm - Note: 2,5

Respekt! Abgeschrieben und wegen einer komplizierten Fingerverletzung für die 1. Liga längst ausgemustert. Denkste! Nicht mit Dauerbrenner "Bobo" Kelm. Der Kreisläufer kämpfte sich eisern zurück. Er war für Mraz mehr als nur eine Alternative. Hätte jeder HSC-Spieler das Optimale aus seinem Körper geholt - so wie Kelm -, wäre ein besserer Tabellenplatz drin gewesen.

Drasko Nenadic - Note: 5

Der Rückraumspieler enttäuschte. Der mit vielen Vorschusslorbeeren in der Vestestadt empfangene Ex-Champions-League-Sieger mit Flensburg hielt nicht das, was seine Vita versprach. Während er in der Abwehr Lichtblicke hatte - etwa beim Derbysieg gegen Erlangen - fehlte im Angriff das Durchsetzungsvermögen. Nun wird das Missverständnis beendet.

Florian Billek - Note: 1,5

Ohne Worte! Wieder der beste Spieler der Saison. Der Rechtsaußen katapultierte sich in der ewigen Torschützenliste auf den ersten Platz und wird dort wohl auch für immer bleiben. Der Linkshänder zeigte in fast jedem Spiel als einer der ganz wenigen Erstliga-Niveau. Und auch neben der Platte eine Granate: Fand stets die passenden Worte - ohne Worte.

Pontus Zetterman - Note: 3,5

Mehr Einsatz geht nicht - egal ob angeschlagen oder kränklich. Deshalb blieb Qualität auf de Strecke. Der Schwede stellte sich in den Dienst der Mannschaft. Mehr Entlastung hätte gut getan, doch nach dem frühen Ausscheiden von Jakob Knauer quasi verheizt. Bemerkenswert: Statistisch der viertbeste Vorbereiter der 1. Liga: 136 entscheidende Pässe.

Tobias Varvne - Note: 2,5

Spielte seine erste Saison in der Bundesliga - und was für eine. Der mittlerweile 34-jährige Schwede ist der Kopf der Mannschaft und war mit 112 Toren nach Florian Billek bester Torschütze des HSC. Narrte mit seinem starken "Wackler" etliche Abwehrspieler und übernahm in brenzligen Situationen Verantwortung. Ein starker Spielmacher mit einer starken Saison.

Justin Kurch - Note: 4

Nach einer starken Vorbereitung zeitweise erste Wahl am Kreis und mit vielversprechenden Ansätzen. Seine Einsatzzeiten wurden weniger, auch weil Kurch erst wegen einer Corona-Infektion und dann aufgrund einer Rückenverletzung fehlte. Hat noch Potential, bekommt aber mit dem Erlanger Jan Schäffer in der neuen Saison große Konkurrenz.

Stepan Zeman - Note: 3

Der tschechische Kreisläufer machte in seiner ersten Bundesliga-Saison einen großen Entwicklungsschritt und war einer der Lichtblicke. Vorne überzeugte Zeman mit hoher Effektivität, in der Deckung war der 24-Jährige aber das eine oder andere Mal zu spät und kassierte unnötige Zeitstrafen. Bitter: Muss auch mit dem VfL Gummersbach in der zweiten Liga spielen.

Milos Grozdanic - Note: 3,5

Der Serbe wurde im Winter nachverpflichtet und hob das Niveau auf Linksaußen an. Erzielte in 29 Spielen 101 Tore und belegte - obwohl spät zur Mannschaft gestoßen - in der internen Torschützenliste Rang 4. Vom Siebenmeter-Strich meist zuverlässig, aus dem gebundenen Spiel mit Schwankungen. Seine Trefferquote von 64 Prozent ist für einen Außen zu wenig.

Andreas Schröder - Note: 3

Der Kapitän und Abwehrspezialist ist einer der emotionalen Anführer der Coburger. Plagte sich einige Wochen mit einer Wadenverletzung umher. Im Lauf der Saison wurde Schröder aber auch im Angriff immer wichtiger. Erzielte trotz fünf verpasster Spiele 105 Treffer in 33 Spielen und damit die drittmeisten in seiner bisherigen Bundesliga-Laufbahn.

Christoph Neuhold - Note: 4,5

Ihn forderten die HSC-Fans verstärkt, doch Trainer Alois Mraz baute im linken Rückraum auf andere Spieler. Wenn Neuhold spielte, zeigte der Österreicher, dass er dem Team Impulse geben kann. Leistete sich aber auch einige unvorbereitete Würfe, zudem mit Schwächen in der Abwehr. Spielt in der neuen Saison für Ligakonkurrent HC Elbflorenz aus Dresden.

Knauer & Co. - ohne Bewertung

Nicht bewertet wurden die Nachwuchsspieler Fabian Apfel, Paul Dreyer, Max Preller, Paul Schikora, Felix Dettenthaler und Dino Mustafic, die nur wenige Einsatzzeiten bekamen. Auch der Pechvogel der Saison, Jakob Knauer, bekam keine Note. Erst kugelte sich der Lokalmatador die Schulter aus, dann riss sich der Linkshänder kurz nach seinem Comeback die Achillessehne.