In einer richtungsweisenden Partie der Vorrundengruppe 1 der Fußball-Landesliga Nordwest hat der FC Coburg seinen direkten Verfolger SV Euerbach/Kützberg mit einem in stoischer Ruhe herausgespielten 4:0-Heimerfolg in eine Schockstarre versetzt. Nach elf von 16 Spieltagen setzten sich die Vestekicker, die eine Partie weniger ausgetragen haben, fünf Zähler von den Unterfranken ab.

Den Sieg vor Augen, aber am Ende keine drei Punkte in der Hand hatte der SC Sylvia Ebersdorf. Im so wichtigen Kellerduell beim TSV Gochsheim kassierte das Team von Trainer Dieter Kurth in der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich.

Landesliga Nordwest, Gruppe 1

FC Coburg -

SV Euerbach/Kützberg 4:0 (1:0)

Seit sich die Schützlinge von Coach Lars Müller und Co-Trainer David Reich von einer Verletzungsmisere erholt haben und die Urlaubswelle abgeebbt ist, befinden sie sich im Vormarsch und haben Platz 4 fest im Visier. Ein Rädchen ins andere griff bei der Coburger Viererkette mit Maximilian Weinreich, dem wieder erstarkten Daniel Alles, Jonathan Baur und Gökhan Sener, die bereits seit 265 Minuten keinen Gegentreffer mehr zuließ. Die Zweikampfstärke dieses Quartetts strahlte positiv auf das gesamte Team aus. Kreativität, Zielstrebigkeit in der Vorwärtsbewegung und Kaltschnäuzigkeit beim Abschluss stellte die Truppe von Ulli Baumann immer wieder vor Rätsel.

Beiderseitiges Ganzfeldpressing sorgte in der Auftaktphase für einen ausgeglichenen Spielverlauf.

Zweimal schnappte die Abseitsfalle der Heimelf in letzter Sekunde zu, als gegnerische Angreifer allein auf das diesmal von Luis Krempel anstelle von Oleksandr Churilov (Schulterbeschwerden) gehütete FCC-Gehäuse zusteuerten. Der Youngster stellte in einigen brenzlichen Situationen sein Können unter Beweis. Auf der Gegenseite sorgte Adrian Guhling erstmals für Aufsehen. Seinen Scharfschuss aus spitzem Winkel parierte SV-Keeper Christoph Saballus. Beim daraus resultierenden Eckball unterlief ihm jedoch ein verhängnisvoller Fangfehler. Gökhan Sener (19.) roch den Braten und köpfte zum 1:0 ein. Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs zeichnete sich Krempel in einem Eins-gegen-Eins-Duell gegen Yasir Aldijawi aus, ebenso sein Gegenüber gegen Aykut Civelek.

Nach dem Seitenwechsel verschaffte sich Coburg durch sicheres Passspiel im Halbfeld kluges Rochieren und Flügelwechsel Respekt. Die Tat folgte auf dem Fuß. Der unermüdlich rackernde Tevin McCullough setzte Civelek auf halbrechts in Szene. Dessen 40-Meter-Außenrist-Anspiel auf die andere Strafraumseite fand in Ricardo König (54.) einen dankbaren Abnehmer, der gefühlvoll zum 2:0 vollendete. Euerbach/Kützberg blies jetzt zur Attacke, angetrieben vor allem von Christoph Schmidt, der allerdings im Abschluss kein Fortune hatte. Seine beste Chance vergab er, als ihm völlig freistehend Luis Krempel den Ball vom Fuß fischte.

Dem Aufbäumen des Tabellenfünften bereitete der eingewechselte Coburger Torjäger Daniel Sam (79.) ein jähes Ende. Nach einem Querschläger in der gegnerischen Hälfte schaltete er blitzschnell auf Angriffsmodus und zeichnete für das vorentscheidende 3:0 verantwortlich. Das Duo Sam als Vorbereiter und Civelek als Vollstrecker (86.) machte schließlich den Deckel zum 4:0-Kantersieg drauf. "Das war heute ein ganz wichtiger Schritt nach vorne. Alle eingesetzten Akteure haben meine Erwartungen erfüllt. Auch die Einwechslungsspieler integrierten sich sofort. Um die 60. Minute haben wir in einer kurzen Schwächephase um ein Gegentor gebettelt, aber wieder unseren Rhythmus gefunden", resümierte ein zufriedener FCC-Trainer Lars Müller. haze

FC Coburg: Krempel - Weinreich, Baur, Alles, Sener (83. Müller), Heinze, Dilauro, A. Guhling (66. Sam), Civelek, McCullough (79. Knie), König (77. Hartmann) / SV Euerbach/Kützberg: Saballus - Alawami, Binder, Schmidt, Aldijawi (82. Mehler), Reinhart, Binder (66. Lehmann), Schmidt, Helfrich (51. Spahija), Hillenbrand, Rugovaj / Schiedsrichter: Frank (Forchheim) / Zuschauer: 130 / Tore: 1:0 Sener (19.), 2:0 König (54.), 3:0 Sam (79.), 4:0 Civelek (86.)

TSV Gochsheim -

SC Sylvia Ebersdorf 1:1 (0:1)

Das 1:1-Remis beim Tabellenletzten ist für den personell dezimierten Sylvia Ebersdorf im Kampf um den Klassenerhalt weder Fisch noch Fleisch. Die Mannen von Trainer Dieter Kurth kassierten den Ausgleich wenige Momente vor dem Schlusspfiff. Und so kam es zum 1:1: Die Unterfranken bekamen in der Nachspielzeit einen Freistoß auf Höhe der Mittellinie zugesprochen. Doch der Gochsheimer Spieler suchte nicht den direkten Weg in den Strafraum, sondern legte zunächst zurück zu Torhüter Irnes Husic. Dessen langer Ball fand den Weg zu Johannes Derra, der das Spielgerät in der 92. Minute an Sylvia-Torhüter Uwe Knauer vorbei bugsierte. Bitter für Ebersdorf! Denn die Gäste hatten vorher zwei gute Möglichkeiten, auf 2:0 zu erhöhen.

Doch Anton Schmidts Treffer (56.) wurde zurückgepfiffen, da der Ball vorher laut dem Unparteiischen bereits im Aus war, und Fabian Karl scheiterte aus aussichtsreicher Position. Trotz dieser Chancen waren die Ebersdorfer im zweiten Durchgang aber zu passiv und ließen sich immer wieder in die eigene Hälfte drängen. Das war in der ersten Halbzeit noch anders: Ebersdorf diktierte das Spiel und ging verdient durch Lukas Werner (43.) nach einem langen Ball mit 1:0 in Führung. Eine Führung, die lange, aber nicht bis zum Abpfiff hielt. Somit steht wohl fest, dass die Sylvianer nur einen Punkt aus den beiden Duellen mit Gochsheim in die Abstiegsrunde mitnehmen werden. Denn das Hinspiel in Ebersdorf entschieden die Unterfranken mit 4:0 für sich.

TSV Gochsheim: Husic - Gmehling (80. Yeniay), Heimrich, Lamberty, Derra, Zweiböhmer, Demar (84. Mario Ketterl), Weisensel, Berisha, Tewelde (84. Meusel), Sprenger / SC Sylvia Ebersdorf: Knauer - P. Schmidt, Trivuncevic, Autsch, J. Karl, Tranziska, Werner (89. Bergmann), Dalke, F. Karl, A. Schmidt (85. Mehmedaj), Özdemir / Schiedsrichter: Arnold (Waldberg) / Zuschauer: 178 / Tore: 0:1 Werner (43.), 1:1 Derra (90. +2).