CoburgNach dem ernüchternden Auswärtsspiel in Essen (27:29) steht dem HSC 2000 Coburg das nächste Kellerduell ins Haus. Gegen die Eulen Ludwigshafen (Dienstag, 18 Uhr bei Sky) sollen die am vergangenen Samstag verlorenen Punkte zurückgeholt werden.

1. Bundesliga

HSC 2000 Coburg - Eulen Ludwigshafen

Gegen den Tabellenvorletzten aus der Pfalz könnte dem Aufsteiger aber auch ein bitteres Ende im letzten Heimspiel des Jahres drohen. Selbst im Falle eines Erfolges werden die Coburger das Tabellenende nicht verlassen können, bei einer Niederlage wird der Weg zum rettenden Platz 16 unheimlich weit. Doch daran denkt HSC-Trainer Alois Mraz überhaupt nicht. Er überlegt wie die zwischenzeitlichen Aussetzer, die sich seit dem Lemgo-Spiel zum Auftakt bis jetzt zur Partie in Essen wie ein roter Faden durch die Saison ziehen, zu vermeiden sind.

"Wir haben super Phasen, sind dann plötzlich nicht konsequent genug, zu wenig druckvoll, die Fehler und Fehlwürfe häufen sich. Das wollen wir ändern." Doch die Frage ist - wie? Gegen Ludwigshafen darf genau das von Mraz beschriebene nicht passieren, darf sich Coburg nicht gleich völlig aus der Bahn werfen lassen, wenn es plötzlich nicht mehr funktioniert. Doch bislang ging diese Spirale meist nach unten. "Wir müssen mit diesem Druck umgehen, klare Aktionen spielen", fordert Mraz. Natürlich bedauert er gerade in dieser Partie das Fehlen der Fans: "Was wäre das für eine Partie mit voller Halle."

Doch mit einer Rückkehr von Zuschauern ist erst einmal nicht zu rechnen, womöglich nicht einmal beim Re-Start gegen den TVB Stuttgart am ersten Februarwochenende 2021. Da muss auch Coburg - wie alle anderen - durch, genauso wie erneut das Fehlen von Kapitän Andreas Schröder kompensiert werden muss.

"Bei der derzeitigen Taktung kommt die Partie für ihn zu früh", bedauert Mraz sein Fehlen. Zumindest gibt es keine neuerlichen Ausfälle. Dass Mraz seinen Humor noch nicht verloren hat, zeigt die schmunzelnde Aussage: "Sonst müsste ich mich irgendwann doch noch selbst umziehen." Kein Wunder, denn Regenerationsmöglichkeiten sind im Augenblick für keines der Teams gegeben.

Mappes lenkt das Spiel

Seine Mannschaft stellt er besonders auf die zahlreichen Kreuzungsbewegungen des Gegners ein: "Mit Mappes als Lenker und Stratege ziehen die Eulen das Spiel breit auseinander. Diesen Fluss müssen wir unterbinden, kompakt verschieben." Dabei muss er einen aktuellen Neuzugang auf der Rechnung haben.

Weil Kreisläufer Klimek wegen einer rätselhaften Rückenverletzung ausfällt, und Abwehrchef Remmlinger nach seinem Nasenbeinbruch ersetzt werden muss, hat Ludwigshafen für zunächst vier Spiele den russischen Kreisläufer Sergej Gorpishin verpflichtet. Der 23 Jahre alte frühere Erlanger spielte zuletzt in Mazedonien für den europäischen Spitzenclub RK Vadar Skopje, war seit dem Sommer aber ohne Verein. Nach dem gefährlichen Rückraumlinken Valiullin, dem erfolgreichsten Torschützen der Eulen, ist Gorpishin erst der zweite nichtdeutsche Feldspieler in Ludwigshafen. Geboren ist Gorpishin allerdings in Erlangen. Diese Verpflichtung an einer wichtigen Nahtstelle im Spiel des Gegners macht es für die Coburger nicht einfacher.