Walzer-Charme und Csárdás-Temperament - wenn der Musizierkreis Neustadt zum Neujahrskonzert bittet, ist ein ebenso abwechslungsreiches wie kurzweiliges Programm garantiert. Carl Michael Ziehrers "Faschingskinder" haben darin ebenso ihren Platz wie ein arabisch angehauchtes Marsch-Intermezzo mit dem Titel "Salem Aleikum".


Reizvolle Wiederentdeckungen

Die Konzert-Programme versprechen dem treuen Publikum des Musizierkreises Jahr für Jahr eine Fülle schwelgerischer bis nostalgischer Melodien. Immer wieder gelingt es Dirigent Norbert Luche, eine Mischung aus bekannten und in Vergessenheit geratenen Werken zusammen zu stellen, die ganz bewusst auch Platz bietet für reizvolle Wiederentdeckungen. Dass sich dieses Konzept noch längst nicht abgenutzt hat, beweist die rege Nachfrage des Publikums. Trotz der unsicheren Witterungsverhältnisse ist die Mehrzweckhalle in der Heubischer Straße sehr gut gefüllt.


Schwungvoll musiziert

Schon mit dem ersten Stück sichert sich der Musizierkreis verdienten Applaus: August Conradis Ouvertüre "Berlin, wie es weint und lacht" gelingt geschmeidig und schwungvoll. Aufmerksam folgt der Musizierkreis den klaren gestalterischen Impulsen seines Dirigenten Norbert Luche, der seit mehr als drei Jahrzehnten an der Spitze dieses ungewöhnlichen Klangkörpers steht.


"Einzug der Gladiatoren"

Unter seiner Leitung beweist der Musizierkreis feines Gespür für den nostalgischen Charme, den Will Meisels Walzer mit dem programmatischen Titel "Schöne Stunden" ebenso verströmt wie Julius Fuciks unverwüstlich populärer Marsch "Einzug der Gladiatoren".


Solistische Akzente

Nachdem in den Jahren zuvor Gesangsstimmen die solistischen Akzente setzten, stehen an diesem Abend Instrumentalsolisten aus den eigenen Reihen im Rampenlicht - darunter auch einige Profis, die in der Region bestens bekannt sind.


Begeisterter Beifall

Dietmar Engels, Solo-Kontrabassist des Philharmonischen Orchesters Landestheater Coburg, brilliert in einer Fantasie über ein Tiroler Lied, Danielle Maheux bringt die Erkennungsmelodie aus Ennio Morricones Filmmusik zu "Mission" eindringlich zum Klingen ("Gabriels Oboe"). Dazu überzeugt Daniel Härich mit einem Posaunenländler, Musizierkreis-Konzertmeisterin Beatrix Seidlitz demonstriert funkelnde Virtuosität mit einer Mazurka von Henri Wieniawski und Ulrike Gossel singt auf dem Cello die Romanze G-Dur von Walzerkönig Johann Strauß.


Damit freilich nicht genug. Mit zwei Stücken begeistert zudem das Percussions-Ensemble der Kronacher Berufsfachschule für Musik - bestens einstudiert von Günther Peppel.


Zum Erfolgsgeheimnis der Neujahrskonzerte mit dem Musizierkreis Neustadt gehört auch die Moderation Christine Luches, die Informationen und Anekdoten unterhaltsam mischt.


Zwei Zugaben zum endgültigen Ausklang

Am Ende des reichhaltigen Programms gibt es verdientermaßen ausdauernden Beifall für alle Mitwirkenden - und zum Dank für das Publikum noch zwei Zugaben.