Diese Abend ist ein Wirklichkeit gewordener Traum. Reisen ohne den Ärger stundenlanger Staus auf verstopften oder verschneiten Autobahnen - das Neujahrskonzert mit dem Musizierkreis Neustadt macht es möglich.


Auf den Flügeln des instrumentalen Gesangs


Denn das Programm in der gut besuchten Mehrzweckhalle Heubischer Straße - es wird zur klingenden Städte-Tour auf den Flügeln des instrumentalen Gesangs. Paris und Wien, Florenz und Badgad in nur zweieinhalb Stunden erleben - mit diesem Programm wird das Reisen wunderbar einfach. Und solange die Musik erklingt, verschwendet niemand einen Gedanken daran, dass draußen der Winter auch Neustadt wieder eine neue nächtliche Schneedecke verschafft.


Der Musizierkreis und sein langjähriger Leiter Norbert Luche laden gleich in doppelter Hinsicht zur Reise ein - zur Städte-Reise und zur Zeit-Reise. Denn für einen ebenso kurzweiligen wie klangvollen Abend wird Musik des 19. und 20. Jahrhunderts wieder lebendig, die ansonsten fast verschwunden scheint in den Archiven nicht mehr existierender Kurkapellen. Walzer von Emile Waldteufel ("Tout Paris") und Carl Michael Ziehrer ("Nachtschwärmer"), muntere Märsche von Julius Fucik und Ludwig Siede lassen das applausfreudige Publikum ins Schwärmen geraten.


Charmante Entdeckung

Neben populären Melodien, wie sie Nico Dostal als Arrangeur in seinem Potpourri "Servus Wien" gebündelt hat, gibt es auch manche charmante Entdeckung wie die musikalische Plauderei "Babillage" aus der Feder des in keinem aktuellen Lexikon mehr verzeichneten Ernest Gillet.


Mit Stilgefühl und großem Engagement

Lebendig werden diese Partituren aber nur, weil der Musizierkreis Neustadt und sein Leiter Norbert Luche am Dirigentenpult mit großem Engagement, aber auch mit viel Stilgefühl agieren und die Melodien und Rhythmen vom Staub der Archiv befreien und lebendig atmen lassen.


Jede Instrumentengruppe und mancher Solist erhält die Gelegenheit, aus dem abgerundeten Gesamtklang bei passender Gelegenheit hervor zu treten. Dagmar Weiß bekommt für ihr Akkordeonsolo bei einer Polka von Helmut Ritter ebenso verdienten Applaus wie Beatrix Seidlitz für die Spitzbub-Polka von Joe Rixner.


Dazu bereichern Schüler der Kronacher Berufsfachschule und ihr Lehrer Günther Peppel als Perkussionsensemble die Programmfolge mit zwei virtuosen Stücken.


"Orpheus in der Unterwelt"

Klar, dass dieser Konzertabend nicht ohne Zugaben ausklingt - Ziehrers "Nachtschwärmer" werden schließlich noch vertrieben von Offenbachs Cancan aus "Orpheus in der Unterwelt".



Ausblick

Kaffeehausmusik Die diesjährige Kaffeehausmusik mit dem Musizierkreis Neustadt findet voraussichtlich im Mai statt.