Kurt und Hildegard Stenzel aus Ebersdorf sind mehr als Hobbygärtner. Ihr Hanggarten am südlichen Waldrand von Ebersdorf versorgt sie bereits seit Jahrzehnten mit Gemüse und Obst und wirkt wie ein Jungbrunnen. Kurt Stenzel meint denn auch: "Alt werde ich erst mit 90 und bis dahin habe ich noch acht Jahre Zeit".

Aus Zierrasen wurde Wiese

Als sie das Grundstück kauften, wuchsen am Südhang eine kleine Kiefer und zehn Eichenstämmchen. Die Bäumchen ließen die Stenzels stehen. Das Gelände hat sich verändert, aber von den zehn Eichen stehen heute noch vier großkronige, prächtige Stämme im Alter von circa 65 Jahren. Die ebenso alte Kiefer liefert jedes Jahr reichlich "Kühle" für das Bratwurstfeuer.

Eine ehemalige Zierrasenfläche wurde später sich selbst überlassen und nur einmal pro Jahr gemäht. Heute ist sie eine Wiese mit vielen seltenen Pflanzen, wie die Stenzels stolz erzählen. Die etwa 60 Meter lange Grundstücksgrenze wurde von Anfang an als Weißdornhecke und damit als Vogelschutzgehölz angelegt. "Ich gestehe, das Heckenschneiden und der Abtransport des Schnittgutes sind eine Zumutung. Die Vogelwelt fühlt sich aber darin wunderbar geborgen", erzählt Kurt Stenzel.

An Gemüsesamen wird einiges bestellt, aber Jungpflanzen wie Tomaten, Paprika und Kohlrabi kaufen Stenzels beim örtlichen Gärtner. Während Kurt für das Baum- und Strauchobst sowie für den Kartoffelanbau zuständig ist, liegt der Gemüseanbau im Hoheitsbereich seiner Frau Hildegard.

Während so mancher sich im Alter Sorgen macht, er könne Pflege und Bewirtschaftung des Gartens nicht mehr schaffen, sieht das Ehepaar Stenzel sein grünes Reich als eine Art Fitnessstudio an.

Mancher Arztbesuch erübrige sich durch den Freude bringenden Einsatz im Garten, sind beide überzeugt.

Echte Lieblingskulturen kennen die beiden Gartenenthusiasten nicht. Eigentlich sei alles gleich wertvoll, wenn man es nur reifen lasse, dem eigenen Garten entnehme und nicht irgendwo kaufe. Dieser Unterschied mache glücklich und entlohne für manche Mühen, sagen die Stenzels. Ihr Selbstversorgungsgrad liegt bei 80 Prozent, je nach Jahr und Witterung mal mehr mal weniger. Es ist so viel, dass sie es an Abnehmer weitergeben. Der Garten ist in allen Lebenslagen und Schwierigkeiten, wie jetzt zur Zeit der Pandemie, ein willkommenes Rückzugs- und Erholungsareal. "Nicht das Leben mit Garten ist eine Last, sondern das Leben ohne ihn wäre ärmer", ist das Credo von Kurt und Hildegard Stenzel.

Knospen sind in Wartestellung

Die Zeit bis zum Frühjahr verschönern sich die Stenzels jetzt oft in ihrem Wintergarten, in dem eine riesige Clivie und ein üppiger Geldbaum ihre Blüten ausbilden. Momentan blüht und duftet es nach Orangen und die Knospen der Feige sind in Wartestellung. Bei mehr als 25 Grad Raumtemperatur liefert ein Ventilator Wärme in den Wohnbereich. Die Wintergartentemperatur fällt nicht unter 10 Grad durch Wärmeabgabe eines an die Hausheizung angeschlossenen Heizkörpers. Insgesamt ist die Ökobilanz des Wintergartens positiv, was den beiden und der Umwelt natürlich gut tut.