Das Schlossplatzfest 2017 ist schon wieder Geschichte. Aber so manches Geschichtchen über das, was sich da an fünf Tagen ereignet hat, wird man sich bestimmt noch länger erinnern.

Weil es nun mal das Fest mit dem höchsten "Sehen-und-Gesehen-werden"-Faktor in Coburg ist, muss natürlich zunächst die Frage gestellt werden: Wer war alles da? Antwort: viele. Auch viele Bekannte und sogar Prominente waren zu sehen. Zum Beispiel der künftige Chef der HUK-Coburg, Klaus-Jürgen Heitmann, oder auch Maximilian Stoschek, der ja vielleicht auch bald eine Chef-Rolle kommt, nachdem sein Vater Michael bei Brose seinen Rückzug angekündigt hat.

IHK-Präsident Friedrich Herdan wurde - wie es sich für einen Coburger gehört - gleich an mehreren Tagen gesehen. Als die CSU-Stadtratsfraktion am Montagabend einen Bummel übers Fest unternahm, war er allerdings nicht dabei. Ob die Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber deshalb so gut gelaunt war?

Das größte Raunen gab es am Samstagabend bei der Modenschau: "Das ist doch Taynara!" Ja, das Top-Model, war schon wieder da und lief bei der von Rolf Beyersdorfs Agentur "Terra Brazil" organisierten Schau sogar auf dem Laufsteg mit. Die 20-Jährige hatte schon eine Woche zuvor mit einem privaten Besuch beim Samba-Festival überrascht. Nun verriet sie, dass sie sich "in Coburg verliebt" habe. Ob sie auch zum Vogelschießen kommt, das am Freitag beginnt, ist allerdings noch nicht bekannt.

Auch Robin Höhn ist ein erfolgreiches Model, und auch er liebt Coburg. Dass er am Montagabend beim Schlossplatzfest war, hatte aber vor allem mit seiner Vorliebe für Anastacia zu tun. Denn die amerikanische Sängerin gab am Dienstagabend ein Konzert in Eyrichshof, zu dem Robin Höhn unbedingt wollte. Also besuchte er mal wieder seine alte Heimat, in der er aktuell von vielen Plakatwänden lächelt ("Platz für Exzentriker"). Weil Robin Höhn ein spontaner Mensch ist, stieg er kurz nach 19 Uhr mal eben auf die Musikbühne und performte sein erstes Lied, das er soeben produziert hat: "Liquid Love" - flüssige Liebe. Im Text geht es um einen Menschen, der seine Einsamkeit und seinen Frust in Alkohol ertränkt.

Beim Schlossplatzfest musste sich freilich niemand einsam fühlen. Weil noch dazu das Wetter - zumindest bis Montag, 22 Uhr - perfekt mitspielte, gab es auch keinen Grund für Frust. Viel getrunken wurde aber natürlich trotzdem. Und gegessen. Auf Büsumer Krabben mussten alle Feinschmecker diesmal aber verzichten - was speziell die Ehefrau eines Coburger Stadtrats beklagte: "Bei uns gibt es zwei Mal im Jahr Büsumer Krabben: an Weihnachten und beim Schlossplatzfest!"

Die Entscheidung war den Verantwortlichen des Romantik-Hotels Goldene Traube, in deren Zelt es die Spezialität seit jeher gab, nicht leicht gefallen. Doch die Krabben-Preise sind seit einiger Zeit förmlich explodiert: Selbst in Hamburg kostet ein herkömmliches Krabbenbrötchen inzwischen um die zehn Euro. Beim Schlossplatzfest hätte man Krabbengerichte ebenfalls nur zu horrenden Preisen anbieten können, so dass man sich letztlich für eine "Krabben-Pause" entschied.

Zum Glück keine Pause eingelegt wurde dieses Jahr bei der schönen Tradition, dass die Absolventen der Artistenschule Berlin beim Schlossplatzfest ihre Abschluss-Show zeigen - kostenlos! Denn während andernorts für diese Show Eintritt verlangt wird, gibt es das hier einfach noch als "i"-Tüpfelchen auf der ohnehin so fulminant bespielten und betanzten Showbühne mit dazu. Die Fangemeinde der Berliner ist inzwischen riesig, und auch am Montagabend waren wieder viele Besucher gekommen, um den jungen Artisten bei ihrer Akrobatik, Äquilibristik oder auch Jonglage zuzuschauen. Eingebettet in eine poesievolle Choreographie war das ein toller Abschluss eines wunderbaren Schlossplatzfestes.