Riesen-Bärenklau breitet sich auch im Raum Coburg immer weiter aus
Autor: Redaktion
Coburg, Montag, 24. August 2026
Der LBV klärt über eine Giftpflanze auf, die auch im Kreis Coburg immer häufiger anzutreffen ist. Schon leichter Hautkontakt kann zu schweren Verbrennungen führen.
Der Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt, stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Er wurde erstmals 1817 als exotische Zierpflanze nach Europa gebracht und in Parks und Gärten angepflanzt. Eine einzelne Pflanze kann mehrere zehntausend Samen produzieren. Diese werden durch Wind, Wasser – da die Samen schwimmfähig sind – oder durch menschliche Aktivitäten, zum Beispiel in den Reifenprofilen von Fahrzeugen oder in Erdtransporten, verbreitet und bleiben im Boden oft mehrere Jahre keimfähig. Das teilt der LBV Coburg in einer Pressemitteilung mit.
Die Pflanze ist für Menschen gefährlich, da sie giftigen Pflanzensaft produziert, um Fressfeinde abzuwehren. Bei Hautkontakt kann es deswegen sehr schnell sehr schmerzhaft werden. Im Pflanzensaft sind die sogenannten Furocumarine (pflanzliche Abwehrstoffe) enthalten. Furocumarine reagieren in Verbindung mit Sonnenlicht und können dabei schwere Hautreizungen und Verbrennungen verursachen.
Riesen-Bärenklau löst eine Art chemischen Sonnenbrand aus
Dieser Vorgang wird als phototoxische Reaktion bezeichnet: Die Stoffe selbst sind zunächst nicht stark reizend, werden aber durch UV-Licht aktiviert und lösen dann eine Art chemischen Sonnenbrand aus.
Empfindliche Personen können in der Nähe größerer Bestände außerdem auf Pollen oder Pflanzenteile in der Luft mit Reizungen der Augen und Atemwege reagieren. Daher empfiehlt es sich, ausreichend Abstand zu halten und die Pflanze nicht ohne geeignete Schutzkleidung zu entfernen.
Auch für die Natur ist die Pflanze problematisch. Durch ihr schnelles Wachstum und einer Größe von bis zu vier Metern bildet der Riesen-Bärenklau schnell dichte Bestände, die heimische Pflanzen verdrängen. Dadurch gehen Lebensräume und Nahrungsquellen für viele einheimische Arten verloren. Besonders häufig wird der Riesen-Bärenklau mit dem heimischen Wiesen-Bärenklau verwechselt.
Kleiner Bruder des Riesen-Bärenklaus ist nicht ganz so gefährlich
Der Wiesen-Bärenklau ist deutlich kleiner und wesentlich weniger problematisch. Er verursacht ebenso sonnenbrandähnliche Hautreizungen, aber die Symptome fallen deutlich milder aus als die des Riesen-Bärenklaus.
Ein wichtiges Erkennungsmerkmal des Riesen-Bärenklaus sind die oft purpurfarbenen Flecken am Stängel, sowie die beeindruckende Größe. Auch im Landkreis Coburg breiten sich die Bestände immer weiter aus, warnen Experten. Größere Vorkommen finden sich insbesondere entlang der Steinach, bei Fürth am Berg und im Raum Neustadt bei Coburg.