Der fast 92-Jährige Otto Waldrich hatte seit Jahrzehnten viele soziale und kulturelle Projekte unterstützt, vor allem die Coburger Landesstiftung, sagte Tessmer. Naturkundemuseum und die Kunstsammlungen auf der Veste Coburg hätten Waldrich viel zu verdanken. Vor allem aber trieb Waldrich den Neubau für das Europäische Museum für Modernes Glas im Schlosspark Rosenau voran - "das Kronjuwel", sagt Tessmer.

Die Auszeichnung des früheren Industriellen sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, betonte der OB. "Ich arbeite seit 13 Jahren eng mit ihm zusammen und habe ihn als bodenständigen und sozial verantwortungsbewussten Bürger kennengelernt." Waldrich verfügt selbst über Erfahrung in der Kommunalpolitik: Von 1960 bis 1990 gehörte er dem Stadtrat an.
Außerdem engagierte er sich in der IHK und im Verband bayerischer Metallunternehmer.

Waldrich, Sohn des Firmengründers Adolf Waldrich, verkaufte sein Unternehmen 1986. Inzwischen gehört die Werkzeugmaschinenfabrik dem chinesischen Konzern Bejing No. 1 Machine Tool. Tessmer zufolge wird der Stadtrat im Juli zu einer Festsitzung zusammenkommen, um Waldrich die Ehrenbürgerwürde offiziell zu verleihen. Derzeit hat die Stadt nur einen lebenden Ehrenbürger: Simeon Sakscoburggotski, den vormaligen Zar und späteren Ministerpräsidenten von Bulgarien (Simeon von Sachsen-Coburg und Gotha).