Coburg
Auftritt

Olympische Klänge im Landestheater Coburg virtuos interpretiert

Wie Bernhard Forster beim Sinfoniekonzert im Landestheater Coburg mit dem Oboenkonzert von Bohuslav Martinu beeindruckt.
Bernhard Forster- Solo-Oboist des Landestheaters, beeindruckte mit Bohuslav Martinus Oboenkonzert.Foto: Jochen Berger
Bernhard Forster- Solo-Oboist des Landestheaters, beeindruckte mit Bohuslav Martinus Oboenkonzert.Foto: Jochen Berger
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Was verbindet Olympische Spiele mit Musik? Zunächst scheinbar wenig - und doch haben namhafte Komponisten immer wieder Musik zu Olympiaden geschrieben. Filmmusik-Maestro John Williams, der vor wenigen Tagen 90 Jahre alt wurde, hat allein vier Hymnen für Olympische Spiele geschaffen.

Manchmal hat die Musik Umwege genommen wie im Fall von Aaron Coplands "Fanfare for the Common Man von 1942, die 2012 in der Version von Keith Emerson die Medaillenzeremonie der Olympiade in London klingende verzierte.

Martinus Oboenkonzert

Auch der tschechische Komponist Bohuslav Martinu hat einst Musik für das Umfeld der Olympischen Spiele geschrieben - sein Oboenkonzert, das vom Syndney Daily Telegraph für die Olympiade 1956 in Melbourne gesponsort wurde. Das für den tschechisch-australischen Oboisten Jiri Tancibudek geschaffene Werk stand - passend zur aktuellen Olympiade im fernen Beijing - beim 4. Sinfoniekonzert des Landestheaters im Zentrum.

Solist in dem musikantisch-virtuosen Dreisätzer war Bernhard Forster, seit 2003 Solo-Oboist des Philharmonischen Orchesters. Forster beeindruckte gleichermaßen mit souveräner Technik wie mit intensiver Gestaltung. Spannungsvoll und stets lebendig: das Zusammenspiel mit dem Philharmonischen Orchester.

Raffinierte Klangfülle

Das Programm bot - angepasst an die aktuellen Corona-Vorschriften - drei klug ausgewählte Werke, die auf der Bühne mit relativer kleiner Orchesterbesetzung auskommen, während im Zuschauerraum aktuell maximal 75 Prozent Platzauslastung erlaubt sind. Wie sich raffinierte Klangfülle auch mit kammermusikalischer Orchesterbesetzung entfalten lässt, war eingangs bei Ottorino Respighis "Trittico Botticelliano" von 1927 zu erleben. Diese musikalische Trittico übersetzt drei Gemälde des Renaissacne-Malers Sandro Botticelli auf frappierend anschauliche Weise in Musik.

Ausdauernder Beifall

Wiener Klassik zum Ausklang: eine der weniger bekannten mittleren Symphonien Joseph Haydns, die wohl 1770/1771 im Dienst des Fürsten Esterhazy entstandene Es-Symphonie. Unter Johannes Brauns energisch gestaltender Leitung musizierte das Philharmonische Orchester mit klar konturiertem Klang. Der verdiente Lohn: ausdauernder Beifall für Orchester und Dirigent.

Bernhard Forster - Stationen einer Musiklebens

Bernhard Forster Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik, Karlsruhe bei Prof. Thomas Indermühle sowie bei Jaques Tys in Paris und Emanuel Abbühl in Basel. Nach ersten Engagements am Landestheater Coburg und dem Württembergischen Kammerorchester war Bernhard Forster in der Spielzeit 1996/97 Solo-Oboist im Symphonierorchester des Mitteldeutschen Rundfunks (mdr), Leipzig. Als Pianist gab er Lieder- und Kammermusikabende. Neben seiner Tätigkeit als Orchester- und Kammermusiker beschäftigt er sich mit der Herausgabe noch nicht veröffentlichter Literatur für sein Instrument. Rundfunkaufnahmen beim Hessischen- und Mitteldeutschen Rundfunk.

LTC: Solooboist seit März 2003

Strauss-Konzert: Leipzig, 1998

Konzert-Tipp Bohuslav Martinu: Konzert für Oboe und kleines Orchester - 4. Sinfoniekonzert, 14. Februar, 20 Uhr, Landestheater Coburg; Werke von Respighi und Haydn; Philharmonisches Orchester, Leitung: Johannes Braun

Tickets an der Theaterkasse telefonisch unter 09561/898989 (Mail: theaterkasse@landestheater.coburg.de). red