Seit bald 18 Jahren ist Frank Rebhan (SPD) Oberbürgermeister von Neustadt. Die nächste Wiederwahl steht im Januar 2013 an - und die politischen Konkurrenten sind fest entschlossen, es dem Dauer-Amtsinhaber so schwierig wie noch nie zu machen. Die CSU, die bei der Wahl im Jahr 2007 mit Elke Protzmann angetreten ist (sie erreichte etwas mehr als 29 Prozent), will auf jeden Fall erneut mit einem eigenen Kandidaten Flagge zeigen.

Rückkehr aus München


Der Termin für die mit Spannung erwartete Nominierungsversammlung steht sogar schon fest: am Freitag, 2. November, ab 19 Uhr in der Gaststätte Grüntal. Und wer soll's machen? Nach Informationen von infranken.de läuft alles auf Frank Altrichter hinaus. Der 36-Jährige, der seit jeher als großer Hoffnungsträger der Neustadter CSU galt, hat die Puppenstadt zwar im vergangenen Jahr aus beruflichen Gründen verlassen. Doch nun scheint er zu einer Rückkehr bereit - vorausgesetzt, die CSU-Mitglieder wollen es so, und im Januar dann auch alle Wähler.

"Ich wurde vor einiger Zeit gebeten, darüber nachzudenken, ob ich mir vorstellen könnte, für die CSU ins Rennen zu gehen", sagte Frank Altrichter am Montag auf Anfrage. Mittlerweile sei er gemeinsam mit seiner Familie zu der Entscheidung gekommen, "dass wir uns das vorstellen könnten." Ob es allerdings noch weitere Kandidaten gibt, wisse er nicht.

Aus Insiderkreisen ist zu erfahren, dass es in einer Vorauswahl drei potenzielle Kandidaten gab, doch dass inzwischen eine Vorentscheidung für Frank Altrichter gefallen ist.

Heike sagt Unterstützung zu


Jürgen W. Heike, Vorsitzender des CSU-Kreisverbands Coburg-Land, wollte gestern die Personalie Altrichter zwar noch nicht bestätigen - vor allem aus Rücksicht auf den Neustadter CSU-Ortsverbandsvorsitzenden Walter Thamm, der gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war. Und auch einem möglichen OB-Kandidaten Frank Altrichter werde er nicht hineinreden, wie Heike versichert: "Ich stehe zur Unterstützung parat", sagte Heike, "aber es ist nicht meine Aufgabe, inhaltlich zu erklären, wo ein CSU-Oberbürgermeister etwas besser machen könnte als der Amtsinhaber."

Grundsätzlich sei er jetzt erst einmal froh, dass man bei der Wahl im Januar den Neustadtern eine Alternative anbieten könne. Hinzu komme, dass es sehr wichtig sei, im größten CSU-Ortsverband im Landkreis Coburg "Flagge zu zeigen" - nicht zuletzt nach dem schmerzhaften Desaster von Bad Rodach, wo die CSU bei der Bürgermeisterwahl im September keinen eigenen Kandidaten aufbieten konnte.
Der "Ur-Neustadter" Frank Altrichter, der für die CSU viele Jahre schon sowohl im Stadtrat als auch im Kreistag saß, musste im Juli 2011 seine politischen Ämter aufgeben, weil er nach München zog, um dort fortan im bayerischen Sozialministerium zu arbeiten.

Begeisterter Fußballer


Der begeisterte Fußballspieler (zuletzt beim SV Meilschnitz) und Fußball-Schiedsrichter engagierte sich unter anderem sehr für die "Informationsstelle zur Teilung Deutschlands". Bei seiner Verabschiedung im Stadtrat sprach ausgerechnet OB Frank Rebhan viele lobende Worte über Frank Altrichter - also über den Mann, der ihm jetzt bald den Job streitig machen möchte.

Erst in der vergangenen Woche hatten die Freien Wähler in Neustadt angekündigt, bei der Oberbürgermeisterwahl im Januar 2013 mit einem eigenen Kandidaten antreten zu wollen. Möglicherweise handelt es sich dabei um Marc Holland, der eben erst auch zum neuen Vorsitzenden der Freien Wähler gewählt worden ist.