Es war wohl ihre letzte Amtshandlung. Die Rektorin der Mittelschule "Am Lauterberg" durfte 20 Schüler das Entlasszeugnis überreichen und sie damit auf einen neuen Lebensweg schicken. Zwischen der Rektorin und ihren Schülern besteht eine gewisse Übereinstimmung, auch wenn der Lebensweg der zukünftigen Ruheständlerin etwas anders aussieht als der der Absolventen. Eines haben sie gemeinsam: die Mittelschule Lautertal ist für sie Geschichte.

Ursula Mönch betonte, dass das Lernen für die Absolventen weitergehe. Wer die von der Wirtschaft viel zitierten Schlüsselqualifikationen erworben habe, könne sich beruhigt auf den Weg ins Berufsleben machen. Nicht unerwähnt ließ sie, dass alle den Mittelschulabschluss erreicht hätten, einige auch den sogenannten Quali.

Ziel in der Lautertaler Schule war es von Anfang an, alle Schüler fit für die Prüfungen zu machen. "Wir wollten keinen ausschließen und ermunterten auch die nicht so gut vorzensierten Schüler, sich der Herausforderung zu stellen", erklärte Klassenleiter Marko Jahns. Dass es am Ende neun waren, die das begehrte Zeugnis in Händen hielten, stimmte ihn doch zufrieden. Seine Betrachtungen des zu Ende gehenden Schuljahres stellte er unter den Liedtext: "Egal was kommt, es wird gut sowieso, immer geht 'ne neue Tür auf irgendwo" Mit dieser Lyrik wollte er den Absolventen Mut für die Zukunft zusprechen.


Das begehrte Papier in der Hand

Er führte vor Augen, dass jetzt eine andere Zeit für die ehemaligen Schüler anbreche. Den Absolventen zollte er durchaus Respekt vor der erbrachten Leistung. "Ihr habt ein Papier in der Hand, für das ihr neun oder zehn Jahre mit kleinem oder großem Aufwand gearbeitet habt." Deutlich machte er, dass Eltern und auch Lehrer dazu beigetragen hätten, dass die Entlassschüler dieses "Papier" in Händen halten dürfen.
Er hatte aber auch Kritik zu äußern, als er auf den Sportunterricht zu sprechen kam. "Ein Stein hat eine höhere Motivation, sich zu bewegen, als ihr", stellte er fest.

"Habt Mut und bleibt nicht am Beckenrand stehen, sondern springt ins Wasser und taucht so tief ihr könnt." Mit diesen Worten umrahmte Bürgermeister Sebastian Straubel die Glückwünsche der Gemeinden Lautertal, Dörfles-Esbach und Meeder.

"Nach der Schule ist mitten im Leben, für euch heißt es jetzt, Verantwortung übernehmen", stellte der Vorsitzende des Elternbeirates, Matthias Görs, fest. Jakob Knauer (Notendurchschnitt 1,8) und Kevin Lübcke (Notendurchschnitt 2,5) wurden als Jahrgangsbeste ausgezeichnet. Danny Tophofer erhielt eine Auszeichnung für die beste Leistungssteigerung in den vergangenen Jahren.

Die Abschlussfeier bildete auch den Rahmen, einer langjährigen Pädagogin Adieu zu sagen. Nach 42 Dienstjahren beginnt für Gudrun Eckardt die Zeit des Ruhestandes. Die Zwischenrufe der Schüler belegten eindrucksvoll die Aussage von Rektorin Ursula Mönch, dass mit Gudrun Eckardt eine äußerst beliebte Lehrerin die Mittelschule "Am Lauterberg" verlässt. Über Sonneberg und Schalkau führte der Weg der Lehrerin, die ihr "Handwerk" an der Martin-Luther-Universität in Halle erlernt hatte, nach Lautertal, wo sie seit 1998 tätig ist. Ursula Mönch beschrieb ihre Kollegin als streng und konsequent, es habe aber auch der Spaß am Unterricht nicht fehlen dürfen.

Mit einem irischen Segen verabschiedeten Pfarrer Martin Kollei und Martina Braun die Absolventen in einen neuen Lebensabschnitt.