Der dritte Adventssonntag dürfte einer der kirchenmusikreichsten Sonntage des Jahres in der Region gewesen sein. Umso bemerkenswerter freilich, dass das Adventskonzert mit der Kantorei St. Georg in Neustadts Stadtkirche zahlreichen Zuspruch fand - trotz mehrerer fast zeitgleich stattfindender Adventsaufführungen.


Schon dieser große Zuspruch wurde mithin zum Kompliment für die kontinuierliche und erfolgreiche kirchenmusikalische Arbeit von Neustadts Kantor Markus Heunisch. Dass sich auch mit schlanker Orchesterbesetzung interessante Programme gestalten lassen, bewies Heunisch mit seiner Telemann-Bach-Mischung. Die Kantate "Nun komm, der Heiden Heiland" und das "Deutsche Magnificat" von Georg Philipp Telemann erwiesen sich als dankbare Aufgaben für die gründlich einstudierte Kantorei St. Georg. Stets konzentriert und überaus engagiert folgten die Sänger den fein abgestuften gestalterischen Impulsen ihrer Leiters.


Schlanker Klang

Aber auch das ausgeglichen besetzte Solistenquartett mit Susen Schneider (Sopran), Alexandra Jakob (Alt), Stefan Romankiewicz (Tenor) und Christian Seidel (Bass) wurde den Anforderungen der Werke gerecht und überzeugte durch stets textbezogene Gestaltung.


Als routinierter Continuo-Organist leistete Sonnebergs Kantor Martin Hütterott gleichsam instrumentale Amtshilfe für seinen Neustadter Kollegen Markus Heunisch. Mitglieder des Philharmonischen Orchesters des Landestheaters Coburg bewiesen, dass sich Barockmusik auch auf modernen Instrumenten stilsicher musizieren lässt. Angeführt von Konzertmeister Martin Emmerich spielten sie mit schlankem Klang stets klar konturiert.


Das zahlte sich besonders bei Johann Sebastian Bachs Kantate "Herz und Mund und Tat und Leben" aus, die als anspruchsvollste Aufgabe für alle Mitwirkenden ganz am Ende des Programms stand. Chor, Solisten und Orchester gelang eine in sich stimmige, beachtlich abgerundete Wiedergabe bis hin zu jenem Schlusschoral, der zu den bekanntesten Choralbearbeitungen Bachs zählt: "Jesus bleibet meine Freude".


Das begeisterte Publikum in der Stadtkirche dankte mit ausdauerndem Beifall und wurde schließlich noch mit einer Zugabe belohnt - der Wiederholung des Einleitungschores von Bachs Kantate.