In erster Instanz war ein Quartett wegen Totschlags beziehungsweise Körperverletzung zu Haftstrafen zwischen sieben und dreizehneinhalb Jahren verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen eine Verurteilung wegen Mordes angestrebt. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil des Coburger Landgerichts im November 2015 aufgehoben hatte, wird der Fall ab Donnerstag, 7. April, neu verhandelt. Nun droht den drei Männern und der Lebensgefährtin des Opfers eine deutlich längere Zeit im Gefängnis.


Bundesgerichtshof kassiert das Urteil

Angeklagt sind die 43-jährige Lebensgefährtin des Opfers, Maria S., und deren Noch-Ehemann, Helmut S. (59). Sie sollen zwei Männer angestiftet haben, den Beiersdorfer Wolfgang R. in dessen Haus zu töten oder zumindest schwer zu verletzen: Paul K. (24) und Peter G. (47) waren dafür im Februar 2015 jeweils zu 13 Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden; ihre beiden "Auftraggeber" zu je sieben Jahren.

In ihrem Urteil hatte die Kammer unter Vorsitz von Richter Gerhard Amend seinerzeit entschieden, Wolfgang R. sei weder aus Heimtücke noch aus Habgier getötet worden, die "Mordmerkmale" seien nicht erfüllt. Die Urteile lauteten deshalb "nur" auf Totschlag beziehungsweise Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft und die Tochter des Opfers sahen das allerdings anders und legten Revision ein. Der Bundesgerichtshof kassierte das Urteil im vergangenen November.


Zehn Verhandlungstage, 96 Zeugen

Für den neuen Prozess, der am 7. April um 9 Uhr im Schwurgerichtssaal des Landgerichts beginnt, sind zunächst zehn Verhandlungstage angesetzt. Das Gericht will 96 Zeugen und sieben Sachverständige hören.