Das Foto, mit dem die Initiative Rodachtal (IR) für ihren "Zweiländer Sud" wirbt, hat was von diesen großen Premium-Brauereien, die die Fernsehzuschauer aus den Werbepausen vor und nach den Fußballspielen kennen. Das ist keine Angeberei, sondern der Kern im Marketingkonzept für das Bier aus dem Rodachtal. "Eine moderne Interpretation", sagt Philipp Ruhstorfer von der Initiative Rodachtal, sollen das Bier und seine 0,33er-Flaschen sein.


Ein bisschen "Premium" ist aber auch die unverbindliche Preisempfehlung: Für 4,99 Euro soll das Vierer-Gebinde Ende des Monats in den Handel kommen. Das ist kein Schnäppchen. Wer aber den "Zweiländer Sud" trinkt, kann sich sicher sein, auch etwas Gutes zu tun. 16 Cent pro verkaufter Flasche fließen in einen Topf, aus dem künftig Projekte der Back- und Braukultur im Gebiet der Initiative Rodachtal gefördert werden.
Denn Brauen und Backen hält die Region zwischen dem südlichen Rennsteig und dem Itzgrund zusammen, sagt Martin Finzel, der Vorsitzende der IR: "Die Braukultur verbindet die Region." Und das Backen in den vielen Backhäusern zählt Finzel gleich mit dazu.

100 Hektoliter des ersten "Zweiländer Suds" lagern derzeit in den kühlen Kellern der Saline Friedrichshall, die sich unweit von Autenhausen in Lindenau (Stadt Bad Colberg-Heldburg) befindet. Wie das neue Bier schmeckt, weiß noch niemand. Wie es schmecken soll, kann Werner Thomas (Stellvertreter von Martin Finzel) als Teilnehmer einer Probeverkostung mit verschiedenen Biersorten aber schon andeuten: "Mit einer dezent rauchigen Malz-Note." Nicht so heftig wie beim Bamberger "Schlenkerla", aber doch leicht in diese Richtung. "Wenn man es weiß, dann schmeckt man's", versichert Thomas, seines Zeichens auch Bürgermeister der Gemeinde Itzgrund.


Hellauf begeistert vom Hellen

Gebraut wurde das Helle in Kaltenbrunn bei der Familie Schleicher. Kunden, die von dort ihr Bier beziehen, werden die Flaschen des "Zweiländer Suds" bekannt vorkommen: Im Itzgrund wird auch das "Storchenbier" aus den Nulldreiunddreißigern getrunken. Typisch fränkische Nullfünfer-Flaschen, da waren sich alle Teilnehmer der Probeverkostungen einig, hätten nicht zu so einem feinen Bier gepasst. "Außerdem kann man es so leichter aus der Hand trinken", erklärt Martin Finzel, der zwar kein ausgewiesener Bier-Trinker, aber vom "Zweiländer Sud" dennoch hellauf begeistert ist. Alleine schon wegen der schicken Flaschen und dem bei der IR gestalteten Logo, das - wenig überraschend - von den Silhouetten der Vesten in Coburg und Heldburg geprägt ist.


Dass das Benefizbier, das rechtzeitig zum Jubiläum "500 Jahre Reinheitsgebot" auf den Markt kommt, den Coburg-Thüringer Bier-Markt durcheinanderbringen wird, glauben die Macher der Initiative Rodachtal nicht. Im Gegenteil: Das Bier sei weder Konkurrenz für die lokalen Brauhäuser (die sowieso nicht über die lokale Ebene hinaus verkaufen dürfen), noch werde es über den Preis den gewerblichen Brauereien der Region Probleme bereiten, versichert Projektleiter Ruhstorfer. Und Werner Thomas ergänzt: "Wir wollen doch keinen Massenumsatz." Deshalb soll der "Zweiländer Sud" vorerst nur in Vierer-Tragerln verkauft werden. Ob vielleicht für besondere Anlässe auch Fässer gefüllt werden, werden der Markt und die Nachfrage entscheiden.


Nach dem heutigen Stand der Dinge ist der "Zweiländer Sud" als zeitlich endliches Projekt angelegt. Philipp Ruhstorfer erklärt: "Wir planen, 16 Monate am Markt zu sein." Zweimal 100 Hektoliter sollen in dieser Zeit gebraut, gelagert und abgefüllt werden. Viel verdienen wird die Initiative Rodachtal, das versichert ihr Vorsitzender, dabei nicht: "Wenn es gut läuft, dann kommen wir null auf null raus." Und wenn die Menschen aus dem Rodachtal darüber hinaus nicht so recht Gefallen am "Zweiländer Sud" finden? Macht auch nichts, versichert Martin Finzel und schließt die Design-Vorstellung lachend: "Dann trinken wir das Bier halt alleine."




Na dann Prost: der "Zweiländer Sud"

Zweiländer Sud Der offizielle Verkaufsstart ist am Samstag, 23. April, um 14 Uhr beim Bierfest auf dem Seßlacher Marktplatz. Danach ist das Bier ab dem Donnerstag, 28. April, in ausgewählten Getränkemärkten von Sagasser (sechs Vertriebspartner) und Edeka (zwei Getränkemärkte, ab 5. Mai ) erhältlich.

Internet Mehr zum Bier gibt es auf der www.initiative-rodachtal.de. Demnächst soll noch die Homepage www.rodachtaler-braukultur.defreigeschaltet werden.