Mit 100 Jahren noch sportlich jung und in vielen Bereichen topfit zu sein, ist nur den Wenigsten vergönnt. Ein derartiger Ausnahmekandidat ist der Turn- und Sportverein (TSV) Beiersdorf. Am Dienstag feierten die Vereinsmitglieder mit ihren Gästen im "Schwarzen Bären" in Beiersdorf das hochrangige Jubiläum.
Vorsitzender Volker Zipprich erinnerte in seiner Begrüßungsrede daran, dass der Turnverein Beiersdorf in den Jahrzehnten nach seiner Gründung am 8. März 1913 einem permanenten Wandel unterlegen gewesen sei. Für die Zukunft wünschte er dem Verein weiterhin motivierte und engagierte Mitglieder, denen es gelinge, den TSV mit Leben zu erfüllen.


Jugend-Anteil: 50 Prozent

Der Vorsitzende des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) Sportkreis Coburg, Peter Rückert, lobte den Verein ganz besonders dafür, dass der Jugend-Anteil im TSV bei etwa 50 Prozent liege. Das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder sei die Stütze des Vereins, betonte Rückert.
Die Schirmherrschaft über das Jubiläum hatte Coburgs Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) übernommen. Er hob die dringende Notwendigkeit hervor, ehrenamtliches Engagement zu fördern. Die Darstellung der Regierung von Oberfranken, dass Sportförderung eine freiwillige Leistung einer Stadt sei, wage er zu bezweifeln, sagte Kastner. "Es ist ganz wichtig für eine Stadt, solches Engagement zu fördern." Zum Geburtstag überreichte der OB daher einen Scheck in Höhe von 1000 Euro.

Das Publikum turnte mit

Umrahmt wurde der Festakt von einem bunten Programm: Als fröhliche Tanzzwerge traten die jüngsten Sportler der Kinderturngruppe vor den begeisterten Gästen auf. Da der TSV auch Angebote für die Fitness der etwas älteren Sportler anbietet, ließen einige Mitglieder der Fitnessgymnastik zu später Stunde ihre Gymnastikbälle über die Bühne rollen und animierten die Gäste auf ihren Plätzen, an einigen Übungen teilzunehmen.
Die musikalische Gestaltung hatten der Musikverein Beiersdorf und der Gesangsverein Beiersdorf übernommen - mit fröhlichen und besinnlichen Liedern sowie diversen Märschen - darunter auch der beliebte Coburg Marsch - mit Posaunenbläsern des ehemaligen Spielmannszuges Beiersdorf. Dieser war ursprünglich dem TSV Beiersdorf angegliedert. Nach der Trennung 1985 entstand daraus der Musikverein Beiersdorf. Beide Vereine gehen heute erfolgreich ihre eigenen Wege in gegenseitiger Achtung und Harmonie.
Einen gelungenen und ausführlichen Blick in die Vereinsannalen gaben der Zweite Vorsitzende Roland Eichner und Detlef Höhn. Sie ließen die Ursprünge des Sports in Beiersdorf mit der Darbietung einer Übungsstunde in historischen Sportgewändern aufleben.

Ehrung kurz vor Mitternacht

In Interview-Form stellten sich die einzelnen Abteilungen des TSV den Gästen vor. Von Leichtathletik und Gymnastik, über die ehemalige äußerst erfolgreiche Handballabteilung, bis hin zu Tischtennis, Tennis, Reiten Badminton, Nordic Walking und der Ballspielgruppe.
Kurz vor Mitternacht ehrten die Vorstände Zipprich, Eichner und Bernhard Freudenberg, sowie Eberhard Fröbel vom Sportamt der Stadt Coburg und Peter Rückert einige Mitglieder für ihr hohes Engagement.

Ehrungen

Dieter Heinke Dem Sportler und ehemaligen Vorsitzenden des TSV Beiersdorf wurde - erstmalig im Sportkreis Coburg - die Ehrennadel in Gold mit Brillanten und Kranz verliehen.
Außerdem ernannte ihn Vorsitzender Volker Zipprich für seine "enormen Leistungen und sein kontinuierliches Engagement" zum zweiten Ehrenvorsitzenden in der Geschichte des TSV Beiersdorf.

BLSV-Ehrennadel Vom Bayerischen Landessportverband (BLSV) wurden etliche Sportler aus dem (erweiterten) Vorstand mit Ehrennadeln geehrt. Michael Büttner wurde mit der Nadel in Gold mit Kranz bedacht. Heike Roth und Kerstin Friedel erhielten Ehrennadeln in Gold. Der Zweite Vorsitzende Roland Eichner erhielt die Nadel in Silber mit Gold. Mit der Ehrennadel in Bronze mit Kranz wurden Doris Kratschmann und Volker Zipprich bedacht.

TSV-Ehrennadel Die TSV Ehrennadel in Gold erhielten für besondere Dienste um ihren Verein die folgenden Mitglieder: Heike Roth, Kerstin Friedel, Volker Zipprich, Gerhard Schneyer, Brigitte Fischer, Werner Schmidling, Eberhard Fuchs, Hartmut Bergner, Gerhard Friedel, Carl Remshardt, Helmut Statnik, Roland Klein, Jürgen Hanft, Dieter Wolf und Roland Herppich.

Ehrenmitglieder Babette Feist und Gerhard Bauersachs wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. em