In der Gemeinde befinden sich drei Einrichtungen zur Kinderbetreuung. Nachdem sich in Meeder seit fünf Jahren eine durchschnittliche Geburtenzahl von 35 bis 36 etabliert hat, besteht Handlungsbedarf. Nach derzeitiger Datenlage geht Martina Truckenbrodt von der Gemeindeverwaltung davon aus, dass es ab den Jahren 2022/2023 "sehr eng" wird, um allen Kindern aus dem Gemeindebereich ein Betreuungsangebot unterbreiten zu können. Meeder ist mehr oder minder gezwungen, mehr Plätze zu schaffen.

Das "Haus für Kinder am Kastanienbaum" ist in die Jahre gekommen und eine Renovierung würde sich als unwirtschaftlich gegenüber einem Neubau erweisen. Also warum aus der Not nicht eine Tugend machen und eine neue Kindertagesstätte mit einem erhöhten Platzangebot errichten, dachte man sich bei der Gemeinde.

Kirchengemeinde mit im Boot

Mit der evangelischen Kirchengemeinde wurde man sich schnell einig darüber, dass die Gesamtkirchenverwaltung Planung und Bau übernimmt. Diese habe in solchen Dingen weitreichende Erfahrung und könne damit auch die gemeindliche Verwaltung entlasten, sagte Bürgermeister Bernd Höfer bei der Sitzung des Ausschusses für den Krisen- und Katastrophenfall am Montag. Als Standort für die neue Kindertagesstätte wurde der Hartplatz neben der Anna-B.-Eckstein-Grundschule erkoren. Höfer sagte, der Platz verfalle eigentlich nur. Deswegen soll das Areal nun der evangelischen Kirchengemeinde im Rahmen eines Erbbauvertrages für 99 Jahre überlassen werden. Der Ausschuss stellte den Bedarf für 75 Betreuungsplätze für "Regelkinder" sowie für 24 Krippenplätze fest. Somit kann auf dem Hartplatz eine fünfgruppige Kindertagesstätte entstehen. Einig war sich das Gremium darüber, dass sich die Gemeinde zu 50 Prozent an den förderfähigen Planungskosten beteiligt. Wenn die neue Kindertagesstätte realisiert wurde, stehen mit den Einrichtungen in Wiesenfeld und Großwalbur insgesamt 160 Kindergarten- und 51 Krippenplätze zur Verfügung. Harald Goch (CSU) wollte wissen, ob ein Neubau auch darauf ausgelegt wird, einem weiter steigenden Bedarf gerecht zu werden. Bürgermeister Höfer bejahte dies, fügte aber hinzu: "Im Moment sprechen wir rein von Prognosen. Wir müssen hier temporär reagieren."

Für mehr Nachhaltigkeit

Die Gemeinde Meeder fördert die Anlage von Zisternen. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Ausschuss am Montag. Die Förderrichtlinie für Regenwasserrückhaltesysteme sieht vor, dass Grundstückseigentümer rückwirkend ab dem 1. Januar 2021 für die Errichtung einen Baukostenzuschuss erhalten können - unter der Bedingung, dass die Zisterne mindestens 30 Liter Niederschlag pro Stunde und pro Quadratmeter versiegelter Fläche aufnehmen kann. Bürgermeister Bernd Höfer erklärte zu dem neuen Weg, den die Gemeinde einschlägt: "Hierdurch wird nicht nur die Kläranlage entlastet, sondern vor allem auch Trinkwasserressourcen werden geschont." Die Förderhöhe beträgt 500 Euro bei einem Fassungsvermögen bis 5000 Liter, 750 Euro bis 10000 Liter und 1000 Euro bei mehr als 10000 Liter. Matthias Korn (CSU) meinte sehr zufrieden: "Wir haben uns Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben." Da es sich bei dem Zuschuss um eine freiwillige Leistung handelt, die abhängig von der wirtschaftlichen Lage der Kommune ist, meinte Korn: "Ich hoffe, dass wir uns dies noch lange leisten können."