Haben sich bereits Investoren für ein "Globe"-Theater am ehemaligen Güterbahnhof gefunden? Eine Aussage des Coburger CSU-Bundetagsabgeordneten Hans Michelbach bei seinem Pressegespräch zum Jahresende, lässt darauf schließen. Die SBC-Fraktion hatte das "Globe" kurz vor der Dezember-Sitzung des Stadtrats wieder ins Spiel gebracht. Vorstellbar wäre, dass ein privater Investor das "Globe" bauen und an die Stadt vermieten könnte. Namen wurden zwar nicht genannt, doch schnell machten Gerüchte die Runde, Brose-Gesellschafter Michael Stoschek sei involviert.


Söder: Zeitpläne einhalten!

Laut Bundestagsabgeordnetem Hans Michelbach ist das allerdings weit mehr als ein Gerücht: "Michael Stoschek hat mitgeteilt, dass er Anfang des Jahres Gespräche mit Unternehmer-Kollegen führen will", sagte Michelbach am Donnerstag. Er selbst favorisiert zwar eine dauerhaft nutzbare Mehrzweckhalle, den Vorschlag, ein "Globe" am Güterbahnhof zu bauen, müsse man aber offen aufnehmen. Dass sich hier Unternehmer privat engagieren wollten, werte er als "Beweis der Standorttreue", so Michelbach. "Ich hoffe, dass unter Federführung von Michael Stoschek eine gute Lösung gefunden werden kann."
Michelbach selbst will am 8. Januar weitere Finanzierungsgespräche mit Staatssekretär Albert Füracker führen. Dafür werde er für einen halben Tag die Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung verlassen, bei denen er ab 7. Januar wieder federführend den Bereich Wirtschaft vertreten werde.
Finanzminister Markus Söder unterstütze Coburg in Sachen Landestheater, "er hat mir aber nochmal verdeutlicht, dass wir Zeitpläne einhalten müssen, denn er hat noch weitere Theater zur Sanierung anstehen, die er nicht ewig vertrösten kann", so Michelbach.


B4 zügig ausbauen

Ein weiteres Projekt, bei dem die Zeit dränge, sei der vierspurige Ausbau der B4 im Weichengereuth. "Das muss endlich in den Stadtrat kommen, damit man weiß, was das Straßenbauamt plant", forderte Michelbach. Problematisch ist, wie die einmündenden Straßen, etwa der Ahorner Berg oder die Samuel-Schmidt-Straße angebunden werden sollen - bei einem vierspurigen Ausbau wäre nur die Auffahrt in Richtung Süden möglich. Im Bundesverkehrswegeplan hat der Ausbau höchste Dringlichkeit, der Bund finanziert aber eben nur einen vierspurigen und nicht einen "intelligenten dreispurigen" Ausbau, wie er bereits gefordert wurde. Die Finanzierungszusage wiederum gilt nur für fünf Jahre. "Das erste Jahr ist nun schon um", betonte Michelbach. "Wir sollten deshalb möglichst schnell die Fördermittel anfordern und diese Maßnahme zügig angehen."
Was den Ausbau der Staatsstraße 2205 angehe, so habe er den zuständigen Staatssekretär im bayerischen Innenministerium, Gerhard Eck (CSU), zu einem öffentlichen Termin nach Coburg eingeladen. Dann soll geklärt werden, wie und vor allem wann es weitergehen kann. "Halbgare Aussagen wie ,das dauert noch Jahre‘ kann man nicht akzeptieren."
Einen neuen Vorstoß zum Lückenschluss der Bahnverbindung Bad Rodach-Hildburghausen will Michelbach im kommenden Jahr starten. In Thüringen stehe man dem Thema offener gegenüber als in München, hat er festgestellt. Es sei wichtig, dass die Mittel, die zur Verfügung stehen - immerhin 14 Milliarden Euro im Bundeshaushalt - auch abgerufen werden. Michelbach: "Ich werde beim Bundesverkehrswegeplan nicht locker lassen!"


Kaufangebot für BGS-Gelände

Der Klinikverbund Regiomed könnte schon bald einen "großen Schritt" in Richtung Gesundheitscampus auf dem ehemaligen BGS-Gelände tun. Er habe die Zusage erhalten, dass die derzeitige Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), im Januar ein Angebot unterbreiten werde. Da der Klinikverbund Regiomed zu 100 Prozent ein kommunaler Zusammenschluss sei, könne die Bima das Gelände nach dem Gesetz günstiger anbieten, erläuterte Michelbach - wenn auch nicht zum symbolischen Preis von einem Euro. Aber es müsse ein Nettoangebot sein, sprich, die Bima müsse die Kosten für die Beseitigung der Altlasten tragen.
Michelbach sieht in einem Gesundheitscampus vor allem eine große Chance, Spitzenkräfte in die Region zu holen. Regiomed-Hauptgeschäftsführer Joachim Bovelet sei für die Umsetzung genau der richtige Mann, so Michelbach. "Er hat schon an anderer Stelle bewiesen, dass er so etwas schultern kann."